Obwohl die Corona-Infektionszahlen in vielen Länder dramatisch ansteigen, bleibt es an den Börsen vergleichsweise ruhig. Dafür gibt es auch gute Gründe, sagt Fondsprofi Robert Beer: Erstens hat die Europäische Zentralbank (EZB) klar signalisiert, dass sie die Märkte weiter unterstützt. "Zweitens haben die US-Wahlen ihren Schrecken verloren", sagt Beer. Egal, wer die Wahl gewinnt: Es wird weitere massive Konjunkturprogramme für die US-Wirtschaft geben. Lediglich die Möglichkeit, dass nach der Wahl zunächst ein Patt herrscht, bleibt ein Marktrisiko.

Der dritte Grund, weshalb Aktienanleger gelassen bleiben können, ist, dass an der Börse nicht der Status Quo gehandelt wird, sondern Erwartungen an die Zukunft. Die Wirtschaft läuft trotz Corona-Krise und diverser neuer Lockdowns weiter, die Unternehmensgewinne erholen sich, betont Beer. "Außerdem wird fest damit gerechnet, dass es in den nächsten Wochen einen wirksamen Impfstoff geben wird, der der Pandemie bald seinen Schrecken nimmt."

Im nächsten Jahr geht’s wieder aufwärts
Argumente für mittelfristig steigende Aktienkurse gibt es viele. So befindet sich etwa die Wirtschaft in Asien, allen voran in China, schon fast wieder auf Vorkrisenniveau und dient als Zugpferd für Europas Exporte. Darüber hinaus sind die aktuellen Konjunkturindikatoren überraschend positiv und die gesamten wirtschaftlichen Folgen der Pandemie im laufenden Jahr überschaubar, sagt Beer. Er ist sich sicher: "Bereits 2021 dürfte die wirtschaftliche Delle ausgebügelt sein." Dafür dürfte auch die große Menge an freiem Kapital sorgen, das über kurz oder lang in die Aktienmärkte fließen könnte. (fp)