In den kommenden Monaten könnte der Euro gegenüber dem US-Dollar wieder erstarken – und das wiederum dürfte europäischen Aktien Rückenwind verschaffen. Das sagt Robert Beer, Geschäftsführer der Fondsboutique Robert Beer Investments. "Seit der Finanzkrise ist sehr viel Kapital in die USA geflossen, während Europa aufgrund politischer Schwäche und mangels fiskalischer Impulse gemieden wurde. Die Konsequenz war ein Rückgang des Euro-Dollar-Wechselkurses in Richtung Parität", sagt Beer. 

Aktuell stabilisiere sich der Wechselkurs. Allein das sollte mehr internationales Kapital nach Europa und auch Deutschland anziehen, erwartet Beer. Das könnte Aktien aus Europa zugutekommen: "Im Falle einer Euro-Stärke erwarten wir einen Abbau der Unterbewertung, die europäische Aktien derzeit im Vergleich zu US-Titeln aufweisen."

Kurspotenzial bei Euro-Aktien
Diese Unterbewertung zeigt sich aktuell zum Beispiel in der Positionierung großer internationaler Anleger. Sie sind in Europa mit mehr als zehn Prozent untergewichtet und haben dafür deutlich mehr US-Aktien in ihren Portfolios. "Auch das ist ein Grund dafür, dass viele Standardwerte aus Europa und Deutschland in den vergangenen Monaten stark unter Druck gekommen sind", sagt Beer. 

Im Umkehrschluss bedeuteten die Kursverluste aber auch Potenzial für einen erneuten Anstieg. "Daher sehen wir das Jahr 2019 und darüber hinaus besonders für europäische Aktien positiv und bleiben bei unserer Einschätzung, dass stark rückläufige Kurse, bei entsprechend langem Anlagehorizont, immer gute Einstiegsgelegenheiten sind", schließt der Fondsprofi. (fp)