Die globalen Marktaussichten haben sich im Vergleich zum Dezember radikal verändert, sagt Fondsprofi Robert Beer. Zum Jahreswechsel zeigten sich viele Marktbeobachter noch überzeugt, dass die minimal inverse Zinskurve in den USA ein sicheres Zeichen für eine kommende Rezession ist. "Inzwischen aber zeigen die Arbeitsmarktdaten, dass die US-amerikanische Wirtschaft nach wie vor brummt, nahe der Vollbeschäftigung ist und sich trotz Handelskonflikten nicht abschwächt", so Beer.

Hinzu kommt ein Statement von US-Notenbankchef Jerome Powell mit dem Tenor, dass die Fed bei ihren künftigen Entscheidungen sehr behutsam vorgehen wird. Die Notenbank habe sehr wohl das Gesamtbild inklusive des Geschehens an den Märkten im Blick, betonte Powell. "2019 dürfte es somit höchstens eine marginal restriktivere Politik geben", prognostiziert Beer. Auch das spricht gegen eine baldige Rezession.

Handelsstreit und Brexit verunsichern die Märkte
Für Unruhe dürften in den kommenden Wochen die bekannten Themen sorgen: der Handelskonflikt und der Brexit. Im Handelsstreit ist davon auszugehen, dass sowohl China als auch die USA an einer Einigung interessiert sind, sagt Beer. Für China dürfte es allerdings nicht leicht werden, den Forderungen von US-Präsident Donald Trump nachzugeben, ohne das Gesicht zu verlieren.

"Auch der Brexit wird in den nächsten Wochen zu einer Lösung kommen, so oder so", sagt Beer. Die Hoffnung darauf, dass Großbritannien seinen Austritt aus der EU in letzter Minute abbläst, hat er nach eigenem Bekunden noch nicht völlig aufgegeben. (fp)