In Europa und in den USA gehen viele Marktteilnehmer von einer baldigen Leitzinssenkung aus: Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), hatte erst im Juni entsprechende Andeutungen gemacht, und auch die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) könnte ihre Geldpolitik schon bald wieder lockern. Fondsprofi Robert Beer, Geschäftsführer der Robert Beer Investment GmbH, sieht auch in der Entwicklung der Zinsstrukturkurve ein Signal dafür, dass die Zinsen bald weiter sinken könnten. 

Der Tiefflug der Zinsen ist laut dem Marktexperten also noch lange nicht beendet – "und dass, obwohl die Wirtschaft weiterhin kräftig expandiert und die Arbeitslosigkeit auf sehr niedrigen Niveaus verharrt, also eigentlich die Notwendigkeit für geldpolitische Impulse aus wirtschaftlicher Sicht nicht unbedingt gegeben ist", so Beer. Weltweit leiden darunter die Renditen von Anleihen. Auf deutsche Staatsschuldtitel mit zehnjähriger Laufzeit etwa gibt es derzeit eine negative Rendite von 0,32 Prozent.

Aktien profitieren
Die Aussicht auf weiter sinkende Zinsen beflügelt indes die Börsen, die sich im Juni zuletzt besonders gut entwickelten. "Es trifft also weiterhin eine enorme Liquidität auf extrem niedrige Zinsniveaus und fair bewertete Aktienmärkte", sagt Beer. Er sieht das weitere Jahr 2019 vor allem für europäische Aktien optimistisch. (fp)