Die alte Börsenweisheit "Sell in May, but remember to come back in September", zu Deutsch: "Verkaufe im Mai, aber vergiss nicht, im September zurückzukommen", beruht auf der Annahme, dass die Aktienkurse historisch betrachtet im September eher niedrig sind. Allerdings muss das nicht immer der Fall sein, sagt Robert Beer, Geschäftsführer des Vermögensverwalters Robert Beer Investment. Und schon gar nicht in diesem Jahr. Insgesamt hänge der schlechte Ruf des Börsenmonats September nämlich mit einigen kräftigen Kurseinbrüchen in einzelnen Jahren zusammen, erklärt der Vermögensprofi.

In diesem Jahr stehen die Zeichen sogar gut für einen erfolgreichen September, sagt Beer: "Insgesamt ist die Weltwirtschaft auf einem sehr guten Weg und die Unternehmensgewinne sprudeln kräftig." Grund dafür ist vor allem die gestiegene Impfquote und damit die Rückkehr zur Normalität. Die derzeit herrschenden Lieferengpässe hält Beer für ein vorübergehendes Phänomen. Auch die anstehenden Pläne der Notenbanken, Anleihekäufe zu reduzieren und Zinsen zu erhöhen, hält er nicht für einen Grund zur Sorge. "Die Kommunikation der Notenbanker macht deutlich, dass hier mehr als vorsichtig und vor allem zeitlich sehr gestreckt vorgegangen wird." In Deutschland könnten aus Sicht von Beer lediglich die bevorstehenden Bundestagswahlen die Kurse zum Wanken bringen. Besonders die Möglichkeit einer rot-grün-roten Regierung hält er für eine Gefahr. (fp)