Künstliche Intelligenz wird das Leben aller Menschen radikal verändern, sagt Didier Le Menestrel, Vorstandschef des französischen Vermögensverwalters La Financière de l’Echiquier (LFDE). Das Jahr 2017 sieht er als Wendepunkt in dieser Entwicklung. "Es wird den Menschen als das 'Jahr Null' in Erinnerung bleiben", sagt er. Über kurz oder lang werden von diesem technologischen Fortschritt alle Branchen betroffen sein. "Das Finanzökosystem wird sich dem nicht entziehen können", prophezeit Le Menestrel.

Der zweitgrößte Versicherer der Welt, Ping An aus China, optimiert bereits den Preis seiner Versicherungsprodukte und die Zeit, die für die Vergabe eines Kredits benötigt wird, mit Hilfe von Daten, die ihm von fast 900 Millionen Nutzern zur Verfügung stehen. Auch LFDE entwickelt Instrumente auf Basis des Machine Learning, die zur Optimierung eingesetzt werden.

Keine Angst vor der Zukunft
Le Menestrel ist überzeugt: Wer im Jahr 2017 geboren wurde, muss nicht mehr Autofahren lernen und auch keinen Computer mehr kaufen – alles geschieht in der Cloud. Kinder sollten heute zudem besser eine Programmiersprache als eine Fremdsprache lernen, rät er: "Die Übersetzung in Echtzeit kommt 2018." Der Anlageexperte findet diesen Wandel nicht beängstigend, so tiefgreifend er auch sein mag. "Wir haben keinen Zweifel daran, dass die Menschen die neuen Instrumente zu nutzen wissen, um ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen", sagt er. (fp)