Frank Fischer: Bewertung steigt, Gewinnlücke bleibt
Die zuletzt starke Performance europäischer Aktien hat deren Bewertungen steigen lassen, doch die Gewinnlücke zu den USA hat sich nicht verringert, warnt Frank Fischer von Shareholder Value. Das ist kein gutes Omen für die künftige Entwicklung.
Zuletzt lief es gut für Aktien aus Europa. Sie gelten als günstig bewertet mit entsprechendem Aufholpotenzial. Doch Frank Fischer, Vorstandsvorsitzender und Chief Investment Officer von Shareholder Value Management, warnt: "Der Bewertungsabschlag schmilzt, während die Gewinnlücke bleibt."
Stoxx 600 mit steigenden Bewertungen
Fischer: "Der europäische Stoxx 600 hat den technologielastigen Nasdaq-100-Index seit Anfang letzten November währungsbereinigt zeitweise um knapp 18 Prozent übertroffen." Eine historische Seltenheit, so der Portfoliomanager. Zwar startete Europa mit einem ungewöhnlich hohen Bewertungsabschlag, gemessen am erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis der nächsten zwölf Monate, entspricht dieser mit rund 40 Prozent aber nun wieder dem Zehn-Jahres-Durchschnitt.
"Eine weitere Outperformance wird damit schwieriger", sagt Fischer. Das gelte umso mehr, da sich die Gewinntrends deutlich unterscheiden: "Für 2026 bis 2028 erwarten Analysten beim Nasdaq 100 ein durchschnittliches jährliches Gewinnwachstum von rund 19 Prozent, beim Stoxx 600 sind es dagegen nur knapp elf Prozent." Beim S&P 500 beträgt das erwartete Gewinnwachstum immerhin 15 Prozent.
Nasdaq 100 mit hohen Gewinnerwartungen
Für Fischer steht fest: "Ohne eine strukturelle Verbesserung der europäischen Gewinnperspektiven, etwa durch eine deutlich stärkere konjunkturelle Erholung, dürfte es europäischen Aktien zunehmend schwerer fallen, ihre seit November aufgebaute Outperformance gegenüber den wachstumsstarken Nasdaq-Titeln auszubauen." (jh)




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