US-Präsident Donald Trumps Äußerungen auf Twitter werden das Geschehen an den Aktienmärkten weltweit langfristig wohl nicht beeinflussen. "Letztlich werden die wirtschaftlichen Fundamentaldaten entscheidend sein, nicht Äußerungen über Twitter", sagt Matthias Hoppe, Portfoliomanager bei Franklin Templeton. Sollte die Wirtschaft weiter wachsen, dürfte dies nach Auffassung Hoppes positiv für riskante Anlageklassen wie Aktien sein.

Es stelle sich indes die Frage, wie lange die Rally bei Aktien noch weitergehen kann. "Es sind bereits erste Anzeichen und Pläne für verringerte Investitionsausgaben zu erkennen", sagt Hoppe. Der starke US-Arbeitsmarkt werde das schwächere Wachstum wohl auch nicht ewig wegstecken können. "Die Aktienmärkte könnten das schnell einpreisen", erwartet Hoppe. Er rechnet mit keinen großen Turbulenzen, rät Anlegern jedoch, aktuell etwas vorsichtiger zu sein.

Twitter-Getöse bewegt die Märkte – aber nur kurzfristig
In den vergangenen Monaten hat US-Präsident Trump Importzölle gegen langjährige Verbündete verhängt, darunter Kanada, Mexiko und die Europäische Union (EU). Außerdem führte er Zölle auf immer mehr Produkte aus China ein. Er begleitet den Handelskrieg mit fortwährenden Drohungen via Twitter. Sobald Trump über Strafzölle twittert, fallen oder steigen häufig die US-Aktienindizes, bewegen sich die Anleiherenditen und gewinnt oder verliert der US-Dollar an Wert. "Trotz der fetten Schlagzeilen haben Trumps Ankündigungen auf Twitter in diesem Jahr bisher insgesamt keinen großen Schaden angerichtet – zumindest noch nicht", sagt Hoppe. (fp)