Die US-Wirtschaft entwickelt sich weiterhin gut – und das Jahr 2016 dürfte viele Anleger mit einem bescheidenen Wachstum der Unternehmensgewinne, starken Konsumausgaben und einer Zunahme des Bruttoinlandsprodukts um zwei bis drei Prozent überraschen. Das sagt Grant Bowers, Fondsmanager bei Franklin Templeton. Sorgen um das Wachstum in den Schwellenländern und der Einbruch der Energiepreise haben zuletzt Ängste vor einem Abrutschen der US-Wirtschaft in die Rezession geweckt. In den ersten Wochen 2016 stieg der Pessimismus am Markt auf ein extremes Niveau.

Diese Sorgen hält Bowers allerdings für unbegründet. Das Umfeld für die US-Volkswirtschaft und ihre Unternehmen dürfte im weiteren Jahresverlauf positiv bleiben, erwartet er. In den breiten Verkaufswellen am Aktienmarkt sieht er Chancen: Langfristig orientierte Anleger könnten nun hochwertige Unternehmen zu attraktiven Preisen erwerben. 

Wahlen spielen keine große Rolle
Die Nachrichten werden derzeit von der bevorstehenden Präsidentschaftswahl in den USA dominiert. Politik und Wahlen stellten bei Franklin Templeton jedoch keinen wesentlichen Teil der Fundamentalanalyse dar, sagt Bowers: "Wir konzentrieren uns lieber auf greifbare Faktoren wie Gewinne und freien Cashflow sowie darauf, hervorragendes Wachstumspotenzial zu identifizieren."

Allerdings entstehe immer, wenn sich der Status Quo verändert, Unsicherheit. Das habe zur Volatilität beigetragen, die es in diesem Jahr bislang zu sehen gab. Es werde auch turbulent weitergehen, sagt Bowers: "Ich rechne damit, dass die Schwankungen an den Märkten anhalten, bis die Vorwahlen abgeschlossen sind und wir wissen, wer die Kandidaten der großen Parteien sind und wie ihre politischen Vorschläge aussehen." (fp)