Should I stay or should I go? Ob das britische Parlament in Sachen Brexit-Deal zu einer Einigung kommt, ist völlig offen, sagt Sandy Nairn, Anlageexperte der Fondsgesellschaft Franklin Templeton. Er hält Neuwahlen und ein zweites Referendum für wahrscheinlich."Es wird sich zeigen, ob es weitere Rücktritte gibt und in welche Richtung der politische Konsens in Bezug auf die nächsten Schritte im Brexit-Prozess geht", sagt er. Investoren sollten sich allerdings jetzt schon auf die Möglichkeit eines Regierungswechsels vorbereiten.

Die Märkte dürften auf einen politischen Wechsel in Großbritannien sensibel reagieren. Eine Labour-Regierung hätte sowohl Auswirkungen auf den britischen Aktienmarkt als auch auf den Markt für langlaufende Staatsanleihen, prognostiziert Nairn. Die aktuelle Labour-Führung macht kein Hehl daraus, welche Pläne sie für die britische Wirtschaft hegt: Sie plädierte in der Vergangenheit unter anderem für stärkere Regulierung, die Wiedereinführung von Tarifverhandlungen sowie eine deutliche Erhöhung der Staatsausgaben.

Anleger sollten Risiken einpreisen
Im Fall einer Labour-Regierung sollten Investoren Branchen meiden, die von Verstaatlichung oder strengerer Regulierung betroffen sein könnten. Franklin Templeton geht auch selbst so vor: "Wir werden einfach nicht dafür bezahlt, dieses Risiko einzugehen", sagt Nairn. Viele internationale Unternehmen dürften ihre Geschäfte im Vereinigten Königreich zwar unverändert fortsetzen. Anleger sollten aber eine Risikoprämie für Änderungen bei der Unternehmenssteuer sowie weitere mögliche Belastungen einpreisen. (fp)