Die Dominanz des US-Dollar steht seit einiger Zeit verstärkt auf dem Prüfstand, doch Franklin Templeton geht davon aus, dass der Greenback die bevorzugte Währung bleiben wird.

Der Status der US-Währung stützt sich auf drei Säulen: die Größe der weltweit größten Volkswirtschaft, die Tiefe der Finanzmärkte sowie die institutionelle Glaubwürdigkeit. Das schrieb Sonal Desai, Chief Investment Officer für Fixed Income bei dem US-Vermögensverwalter, in einer Mitteilung. Es gebe keine glaubwürdigen Alternativen, und der Aufbau der notwendigen institutionellen Infrastruktur würde Jahrzehnte dauern, so Desai weiter.

Zweifel an der Vormachtstellung nehmen zu
Die Debatte über die führende Rolle des Dollar hat sich zuletzt intensiviert. Hintergrund ist die erratische Politik von US-Präsident Donald Trump, die die Attraktivität von US-Anlagen belastet.

Der Euro, Gold und digitale Vermögenswerte werden von einigen Analysten als mögliche Kandidaten für eine zukünftige Reservewährung gesehen.

Keine echte Konkurrenz
"Der Euroraum kann keinen einheitlichen sicheren Vermögenswert in ausreichendem Umfang bereitstellen. Der Renminbi unterliegt Kapitalverkehrskontrollen und ist nicht frei konvertierbar", schrieb Desai mit Blick auf den Yuan. "Ein echter Konkurrent für den US-Dollar ist meiner Ansicht nach noch nicht in Sicht."

Desai verwies zudem auf Daten der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) aus der dreijährlichen Erhebung 2025. Demnach war der Dollar an 89 Prozent des außerbörslichen Devisenhandels beteiligt. Beim Yuan lag dieser Anteil lediglich bei 8,5 Prozent.

Schwäche als zyklisches Phänomen
Die derzeitige Schwäche des Greenback sei zyklisch und nicht strukturell bedingt, so Desai. In real handelsgewichteter Betrachtung liege der Dollar weiterhin deutlich über den Tiefständen von Mitte der 1990er und der späten 2000er Jahre. Eine gewisse Schwäche sei zudem mit seinem Status als globale Reservewährung vereinbar. (mb/Bloomberg)