Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz gehören schon lange zu den großen Trendthemen im Anlageuniversum. Nun könnte sich ein neues Buzzword in die Liste einreihen: Humankapital. So zumindest lautet die Prognose von Aymeric Gastaldi, Fondsmanager beim französischen Vermögensverwalter Edmond der Rothschild Asset Management (EdRAM): "Angesichts langfristiger Trends wie der Alterung der Bevölkerung und des schnelleren Technologiefortschritts ist es unabdingbar, in Humankapital zu investieren – ein neuer Megatrend." Langfristigen Herausforderungen wie dem demografischen Wandel und sozialer Ungerechtigkeit könnten Unternehmen begegnen, indem sie ihre Mitarbeiter nachhaltig weiterbilden. 

Der Schlüssel, um in Humankapital zu investieren, ist laut Gastaldi, die Bildung der Menschen zu fördern. "Sie kann sowohl auf gesamtwirtschaftlicher als auch auf mikroökonomischer Ebene viel bewegen", sagt der Vermögensexperte. Er erwartet, dass bestimmte Bereiche des Bildungssektors in den kommenden Jahren besonders stark wachsen werden, beispielsweise die sogenannte Educational-Technology, kurz "EdTech", also neue Technologien bei Lehrmitteln. "Der Bereich dürfte in den kommenden Jahren um über zwölf Prozent pro Jahr wachsen", sagt Gastaldi. Gute Beispiele seien Unternehmen wie TAL Education, Chegg oder Sanoma. Neben der Weiterbildung der Mitarbeiter ist auch ihr Schutz ein wichtiger Aspekt, wenn es um Investitionen in Humankapital geht, aus moralischen sowie finanziellen Gründen. 

Mitarbeiter schützen
Laut einer Studie zweier US-amerikanischer Wissenschaftler entstehen allein in den USA durch Arbeitsunfälle jährlich Kosten von bis zu 200 Milliarden US-Dollar. Auch in Europa verursachen Unfälle Schaden in Milliardenhöhe. "Unternehmen, die in den Schutz und das Wohlergehen ihrer Belegschaft investieren, haben also einen guten finanziellen Grund dafür", sagt Gastaldi. Außerdem binden sie ihre Mitarbeiter so langfristig an ihr Unternehmen. "Für Unternehmen, aber auch für ganze Länder hat die Verbesserung des Humankapitals eine moralische und eine wirtschaftliche Dimension", sagt Gastaldi. (fp)