Die im Sommer 2019 mit der Volksbank Koblenz-Mittelrhein fusionierte Volksbank Rhein-Ahr-Eifel reagiert auf die restriktiven Rahmenbedingungen, die sich durch die niedrigen Zinsen und die steigende Regulierung ergeben, und überprüft gegenwärtig Einsparpotenziale in ihrem Filialnetz. Schließungen oder Zusammenlegungen sind dabei wohl nicht länger tabu.

"Wir haben Filialen, wo in den vergangenen Jahren die Kundenbesuche um 70 Prozent zurückgegangen sind. Viele Kunden erledigen ihre Einzahlung und Überweisungen am Computer, beschaffen sich Bargeld am Automaten oder zahlen verstärkt mit der Karte. Wir finden auch keine Mitarbeiter auf dem Markt, die in kleine Filialen gehen wollen“, zitiert die "Rhein-Zeitung" den neuen Vorstandsvorsitzenden Sascha Monschauer, der seit Oktober letzten Jahres die Geschicke der vergrößerten Volksbank leitet.

Wahrer Fusions-Marathon
Die genossenschaftliche Bank hat bewegte Zeiten hinter sich. In den letzten fünf Jahren gab es insgesamt drei Fusionen. Vor dem Zusammenschluss mit den Koblenzern ging man im Jahre 2016 mit der Raiffeisenbank Mittelrhein eG eine "Bankenehe“ ein. Ein Jahr darauf fusionierte man mit der Volksbank Mülheim-Kärlich eG. Bereits im Herbst letzten Jahres wurde beschlossen, dass zum 31. März 2020 fünf Bankstellen geschlossen oder in Selbstbedienungsfilialen umgewandelt werden sollen. Dies betrifft die Standorte Altenahr, Westum und die Seniorenresidenz in Bad Neuenahr sowie die Filialen Koblenz-Kesselheim und Kettig. Laut Aussage von Monschauer soll es auch für die verbleibenden Filialen, die über Personal verfügen, keine langfristige Bestandsgarantie geben.

Betriebsbedingte Kündigungen durch mögliche Filialschließungen seien nicht geplant. "Das ist kein Abbau, sondern ein Umbau unserer Bank, um uns den neuen Herausforderungen des Marktes zu stellen“, zitiert die Rhein-Zeitung den Vorstandschef. Bereiche wie die Vermögensplanung oder die Firmenkundenberatung benötigen vermehrt Mitarbeiter, die auch vor Ort beraten. Die Volksbank Rhein-Ahr-Eifel hat eine Bilanzsumme von rund 3,7 Milliarden Euro und beschäftigt rund 660 Mitarbeiter. Neben Monschauer gehören noch Stephan Breser, Markus Müller und Walter Müller dem vierköpfigen Vorstand des Instituts an. (mh)