Die Bundesregierung rechnet in diesem Jahr mit einer sprunghaft steigenden Inflation. Demnach dürfte die Teuerungsrate im Jahresmittel bei 6,1 Prozent liegen. 2023 könnten es dann 2,8 Prozent sein. Die Schätzung der Regierung von Ende Januar wird damit um satte 2,8 Prozentpunkte erhöht, die Prognose für 2023 noch um 0,8 Punkte angehoben. Das berichtet der "Tagesspiegel" unter Hinweis auf die Frühjahrsprognose der Regierung, der der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt.

Der Zeitung zufolge wird Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) die Details des Reports am Mittwoch (27.4.) vorstellen. Die Nachrichtenagentur hatte schon vorab gemeldet, dass Habeck in diesem Jahr nur noch mit einem Wirtschaftswachstum von 2,2 Prozent rechnet –1,4 Prozentpunkte weniger als bisher. Grund dafür seien die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine und der deswegen gegen Russland verhängten Sanktionen. Im Zuge des Krieges wurden die ohnehin schon hohen Energiepreise noch einmal angeheizt.

Keine Schieflage auf dem Arbeitsmarkt
Auf dem Jobmarkt rechnet die Bundesregierung laut dem Bericht zunächst nicht mit negativen Auswirkungen. Die Arbeitslosenquote dürfte 2022 und 2023 bei jeweils fünf Prozent liegen, nachdem es 2021 noch 5,7 Prozent waren. Die Sparquote dürfte den Prognosen zufolge von 15 Prozent im Jahr 2021 auf 10,9 und 10,5 Prozent in den Jahren 2022 und 2023 fallen. Das entspreche einer Normalisierung gegenüber der Pandemie, in der viele Konsummöglichkeiten eingeschränkt worden waren. (jb)