Vor fast genau einem Jahr sagten die Experten des Fondsanbieters Robeco für irgendwann in den folgenden fünf Jahren eine globale Rezession voraus. Sie hatten wohl selbst nicht damit gerechnet, dass sie so schnell Recht bekommen würden. Sonderlich viel hat die Coronakrise in der Prognose der Robeco-Spezialisten Peter van der Welle und Laurens Swinkles indes nicht umgeworfen. In ihrem aktuellen Fünf-Jahres-Ausblick halten sie an früheren Einschätzungen weitgehend fest.

Wichtigste Änderung: Im vergangenen Jahr riet man bei Robeco eher zur Vorsicht – nun heißt es von den Experten: Volle Kraft voraus. "Aus Anlegerperspektive dürfte sich das Eingehen von Risiken in den nächsten fünf Jahren auszahlen", schreiben sie in ihrer Prognose. Erstens erwarten sie in den meisten riskanten Anlageklassen eine ordentliche Prämie für das Eingehen von Volatilitätsrisiken. Zweitens weisen sie darauf hin, dass die meisten "sicheren Häfen" inzwischen ebenfalls als riskant wahrgenommen werden.

Verbesserte Prognose für Schwellenländer-Aktien
Bei Staatsanleihen sehen die Robeco-Experten folgerichtig nur begrenzten Spielraum für höhere Renditen. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen dürfte in den kommenden fünf Jahren bei maximal 1,5 Prozent liegen, bei deutschen und japanischen Staatsanleihen sind wohl gerade einmal 0,5 Prozent drin.

In dieser Prognose gehen die Strategen von leicht steigenden Zinsen gegen Ende des Fünf-Jahres-Zeitraumes aus, wenn das Wirtschaftswachstum voraussichtlich wieder anzieht. "Anleger müssen bei Staatsanleihen mit negativen nominalen Renditen in allen wichtigen Märkten rechnen", schreiben sie. Bei Investment-Grade-Unternehmensanleihen sieht es dagegen etwas besser aus.

Quelle: Robeco

Höhere Ertragschancen gibt es bei Aktien. Titel aus Industriestaaten sind den Experten zufolge leicht überbewertet, vor allem wegen der hohen Bewertungen in den USA. Sie dürften in den kommenden fünf Jahren im Schnitt 4,75 Prozent jährlichen Ertrag abwerfen.

Bei Schwellenländeraktien rechnet man bei Robeco dagegen mit durchschnittlich 6,75 Prozent Plus pro Jahr respektive 5,0 Prozent, wenn die allgemeine Teuerung Berücksichtigung – damit haben sich die Ertragsaussichten im Vergleich zum vergangenen Jahr deutlich verbessert. "Das hängt damit zusammen, dass die Börsen der Schwellenländer parallel zu einer überraschend starken Inflation in den entwickelten Staaten beim Gewinn pro Aktie häufig aufgeholt haben", erklären die Experten. (fp)