Volatile Märkte, in denen sich Aktien weniger im Gleichschritt bewegen, sollten Hedgefonds eigentlich ein ausgezeichnetes Umfeld bieten, um Geld zu verdienen. Aber ein Großteil der Branche hat chronische Performance-Probleme, und auch die sanftmütigsten Kunden verlieren allmählich aber sicher die Geduld, schreibt die Nachrichtenagentur "Bloomberg".

"Dieses Jahr wird sich die Spreu vom Weizen trennen", meint Tim Ng, Chief Investment Officer von Clearbrook Global Advisors, die in Hedgefonds investiert. "Wenn Sie ein fundamental getriebener Portfolio-Manager mit einem Bottom-up-Ansatz in einer beliebigen Anlageklasse sind, dann sollten Sie in diesem Jahr gut abgeschnitten haben. Alles, was Sie sich seit Jahren gewünscht haben, ist nun vorhanden." Die 3,3 Billionen US-Dollar schwere Branche legte laut den Bloomberg Hedge Fund Indizes bis Oktober um 0,4 Prozent zu und hinkte damit hinter Aktien und Anleihen her. Noch schlechter sieht es bei dem Index von Hedge Fund Research aus, der einen Rückgang von mehr als vier Prozent ausweist.

"Es findet eine Auslese statt"
Zu den großen Gewinnern der Branche gehören Brevan Howard Asset Management und Coatue Management – und auf der Verliererseite stehen Firmen wie Bridgewater Associates, dessen Flaggschiff-Fonds bis zum 5. November um 19 Prozent fiel. Einige Anleger mit Geld in den schlecht abschneidenden Hedgefonds fragen sich nun, warum sie investiert bleiben sollen, wenn diese vorher kein Geld verdienen konnten und es jetzt immer noch nicht können. "Nur die Stärksten werden überleben – es findet eine Auslese statt", prophezeit Ng der Branche mit mehr als 8.000 Fonds. (mb)