Die Preise steigen, und das ist nach einem Lockdown vorübergehend völlig normal, erklärt Rainer Weyrauch, Leiter der Kölner Niederlassung der Fürst Fugger Privatbank, in einem aktuellen Marktkommentar. "Das aufgestaute Geld will raus, und zwar fast überall gleichzeitig: Reisen, Gastronomie, Kultur, Infrastrukturmaßnahmen, Investitionen, Autoneukäufe, privater Konsum in den Städten und vieles mehr", sagt er. Die Menschen waren in den vergangenen Monaten zum Sparen gezwungen und holen Versäumtes nun nach. 

Ein weiterer Preistreiber sind derzeit Lieferengpässe und Rohstoffknappheit. "Ein Grund zur Panik ist das trotzdem nicht, sondern vielmehr ein letztendlich normaler Zyklus, der auch wieder abklingen wird", beschwichtigt Weyrauch. Schon während der Pandemie ließ sich beobachten, wie Mangel und Lieferengpass durch neue Kapazitäten wieder aufgefangen werden können, erinnert der Vermögensprofi. So etwa bei den FFP2-Masken, die anfangs knapp und teuer waren und nun überall zu haben sind. "Auch die Inflation und die Nachfrageblase werden sich in den kommenden Quartalen wieder nivellieren", sagt er. 

Gute Zeiten für Aktionäre
Der aktuelle Wirtschaftsboom etwa in den USA, in Europa und in China dürfte vielen Unternehmen steigende Gewinne bescheren, erwartet Weyrauch. Das sei ein Grund mehr, derzeit in Aktien zu investieren. Zumal festverzinsliche Wertpapiere und Sparkonten aufgrund der niedrigen Renditen und Verwahrentgelte momentan kaum Erträge bringen oder Anleger sogar Geld kosten. Weyrauch rät, die Aktienquote entsprechend anzupassen und Werte beizumischen, die vorübergehend von der steigenden Inflationsrate profitieren könnten. (fp)