Gold hat im laufenden Jahr viele Aufs und Abs erlebt. Der Preisanstieg seit Anfang Oktober macht Goldanlegern derzeit wieder Mut. Die Ursache für die Erholung liegt allerdings in der Angst vor Stagflation, also vor einem stagnierenden Wirtschaftswachstum bei steigender Inflation, meint Norbert Frey, Leiter Fondsmanagement bei der Fürst Fugger Privatbank. 

"Engpässe in der Energieversorgung in einigen Teilen der Welt, ein Anstieg der Energiepreise, die nachlassende Industrietätigkeit sowie die Störung der Erholung im Dienstleistungssektor durch die immer noch andauernde Corona-Pandemie: Das alles treibt die Preise nach oben und schürt Ängste." Auch spekulative Anleger könnten für die Kurswende bei dem Edelmetall verantwortlich sein, vermutet der Fondsmanager.

All diese Faktoren könnten dafür sprechen, dass die gestiegene Nachfrage bei Gold nicht von Dauer ist. "Das derzeitige Sorgenpaket kann den Goldpreis bis zum Jahresende durchaus stützen", erklärt Frey. "Insbesondere dann, wenn wegen der hohen Inflationserwartungen und dem niedrigen Zinsniveau der Realzins für längere Zeit im negativen Bereich verharrt." 

Geldpolitische Straffung schadet Goldpreis
Langfristig hat Frey keine hohen Erwartungen an den Goldpreis. Immerhin seien aktuelle wirtschaftliche Phänomene wie die Energieknappheit oder gestörte Lieferketten nur vorübergehender Natur. Vor allem eine Straffung der Geldpolitik durch die US-Notenbank Fed dürfte einer Erholung des Geldpreises im Weg stehen. "Dann würde Gold lediglich als strategische Position in einem Depot Sinn ergeben", rät der Finanzprofi. (fp)