Für Anleger gab es dank Kurssteigerungen und Gewinnen der vergangenen Monate viel Grund zum Jubel. Überschattet wir die Freude allerdings von der Sorge um eine Korrektur, sofern die Kapitalmärkte bereits überhitzt sind. Ganz unbegründet ist diese Sorge nicht, sagt Christian Barth, Fondsmanager bei der Fürst Fugger Privatbank, in einem aktuellen Marktkommentar. Dramatisch wäre ein heftiger Kursrückgang aus seiner Sicht allerdings auch nicht. "Eine gewisse Korrektur an den Märkten wäre vermutlich sogar ganz gesund. Ob sie kommt, ist die andere Frage, denn es wartet noch immer unglaublich viel Geld darauf, angelegt zu werden." 

Zwischen März 2020 und heute hat sich der Kurs des S&P 500 verdoppelt. Dass es in naher Zukunft noch einmal zu solchen Kurssprüngen kommt, ist eher unwahrscheinlich, sagt Barth. "Die V-förmigen Gewinnerholungen dürften im zweiten Quartal ihren Höhepunkt überschritten haben." Allerdings sind die aktuellen Höchststände an den Aktienmärkten keineswegs ein Indiz dafür, dass es bald bergab geht, erklärt der Vermögensprofi. Wachsende Staatsausgaben, eine wachsende Nachfrage und die expansive Geldpolitik der Notenbanken dürften das globale Gewinnwachstum weiter ankurbeln.

Historisch kein Indiz für Korrektur
Außerdem gäbe es statistisch betrachtet keinen Grund, jetzt von einem Bärenmarkt auszugehen, sagt Barth: "Betrachtet man die sechs Phasen seit dem Zweiten Weltkrieg, in denen sich der amerikanische S&P 500 verdoppelte, dann zeigt sich, dass er im Folgejahr in fünf von sechs Fällen erneut stieg und nur einmal fiel." (fp)