Zusammenschlüsse von Banken sind nach Ansicht der deutschen Finanzaufsichtsbehörde Bafin keine Antwort auf die Dauertiefzinsen und die neue Konkurrenz durch Technologieriesen wie Apple, Google & Co, berichtet das Handelsblatt. "Glaubt wirklich jemand ernsthaft, dass der deutsche Bankenmarkt profitabel würde, wenn wir statt aktuell 1.400 Banken nur noch fünf- oder sechshundert hätten?", sagte der oberste Bankenaufseher der Bafin, Raimund Röseler, demnach am Montag auf einer Handelsblatt-Konferenz zum Thema Regulierung.
 
Damit vertritt die Bafin eine andere Meinung als die EZB: Deren oberster Bankenaufseher Andrea Enria hatte auf einer Handelsblatt-Tagung erst kürzlich mehr Schulterschlüsse im Bankensektor gefordert, gerade auch, um die umfangreichen Investitionen in die digitale Transformation bewältigen zu können. 

Warnung vor fundamentalen Umbrüchen
Auch Röseler warnt die Branche nun vor fundamentalen Umbrüchen, zieht daraus aber andere Schlüsse: "Der Bankenmarkt wird sich in den kommenden Jahren drastisch wandeln." Nicht alle Geldhäuser würden dies überleben. Röseler forderte die Banken dem Handelsblatt zufolge auf, vor allem ihre Geschäftsmodelle zu durchleuchten. "Alles gehört auf den Prüfstand. Und zwar jetzt und nicht irgendwann." (fp)