Phase eins hat begonnen: Die Rede ist nicht von dem Test eines Raketenstarts, sondern von einem ersten Handelsabkommen zwischen den zerstrittenen Großmächten China und USA. Trotz der weiterhin angespannten Situation wollen sie eine Teilvereinbarung über den gegenseitigen Handel und ihre Wirtschafts- und Industriepolitik ausarbeiten. Der wirtschaftliche Druck auf beiden Seiten dürfte dafür sorgen, "dass eine Vereinbarung zustande kommen wird", sagt Rob Mumford, Investmentmanager bei GAM Investments.

In der ersten Phase des Abkommens wollen China und die USA unter anderem eine bevorstehende Zollerhöhung aufschieben, Fragen des Technologietransfers und des Schutzes geistigen Eigentums klären und für transparente Währungen sorgen. Für das Gelingen der Vereinbarung sprächen auf US-Seite die "Sorgen über die Entwicklung der Wirtschaftsdaten" – und aus der Sicht Chinas wiederum der Wunsch, die Währung stabil zu halten, ausländischen Investoren attraktivere Möglichkeiten zu bieten und "sogar höhere Importe von US-Agrarprodukten" einzuführen.

Aktienmärkte reagieren positiv
Mumford bezeichnet das Vorhaben als "Light-Version" eines Handelsabkommens, mit dem viele Marktbeobachter seit dem Sommer gerechnet hatten. Denn im Juni hatte es eine erste Annäherung gegeben. Doch dann hatten die USA erneut Zölle auf chinesische Exporte verhängt, was den Streit wieder verschärfte. Der jüngste Versuch, aufeinander zuzugehen, wirkte sich deshalb sofort positiv auf die Aktienmärkte aus. (fp)