Die geringe Nachfrage nach Rohstoffen dürfte noch einige Zeit ein Hauptthema für Schwellenländer-Investoren bleiben. Dieser Ansicht ist Paul McNamara, Fondsmanager des GAM Star Emerging Market Rates.

Chinas Rohstoffhunger habe den Märkten einen gewaltigen Investmentboom beschert. Nun begebe sich das Land jedoch auf einen nachhaltigeren Wachstumspfad und hinterlasse somit eine Nachfragelücke, sagt McNamara. Die schwache Nachfrage habe zu einer Abwertung von Währungen rohstoffexportierender Länder wie Südafrika, Chile oder Kolumbien geführt und wirke sich auch auf die Anleihemärkte dieser Staaten aus. China sei für 40 Prozent des weltweiten Verbrauchs an Industriemetallen verantwortlich, daher dürfte das abgeschwächte chinesische Wachstum die Märkte langfristig beeinflussen, erwartet der Fondsmanager.

Exportstarke Länder bevorzugt
Die aktuelle Ölpreisschwäche sei jedoch nicht durch die Nachfrageseite, sondern durch das aktuelle Überangebot bedingt. Hier habe sich die Lage durch den Schieferöl-Boom in den USA und anderen Staaten stark verändert. "Das trifft vor allem Russland, denn das Land hat keine wesentlichen anderen Exportprodukte", sagt McNamara. Zugleich habe das Land mit Korruption und strukturellen Defiziten zu kämpfen. Russland sei derzeit eines der wenigen Schwellenländer, in denen sich die Lage verschlechtere.

In dieser Situation bevorzuge er Länder wie Ungarn, Polen, Mexiko und Indien, deren Stärke im Export von Waren und Dienstleistungen liegt, sagt der Fondsmanager. Diese Staaten seien zudem Nettoimporteure von Öl und profitieren daher zusätzlich von der aktuellen Ölpreisschwäche. (fp)