Chinas Konjunkturdaten für Oktober geben Grund zur Hoffnung: Die Industrieproduktion konnte sich dank starker Exporte etwas von Pandemie und Lockdowns erholen und auch der Einzelhandel zog wieder kräftig an. Einzig und allein der Immobiliensektor und mit ihm Chinas Sorgenkind Nummer eins, Evergrande, wirft einen großen Schatten auf das sonst stabile Zahlenwerk. Die Immobilieninvestitionen und -verkäufe gingen deutlich zurück, die Hauspreisinflation erreichte den niedrigsten Stand seit Anfang 2016. "Während die Immobilieninvestitionen insgesamt in diesem Jahr noch um 5 Prozent zulegen dürften, könnte sich der Sektor im nächsten Jahr zu einer starken Wachstumsbremse entwickeln", sagt Christoph Siepmann, Chefökonom bei Generali Investments.

Zugleich gibt Siepmann Entwarnung: Da Pekings Politik des Schuldenabbaus ursächlich für den derzeitigen Immobilien-Abschwung sei, könne die Politik im Ernstfall eine Rezession verhindern. "Für 2021 rechnen wir weiterhin mit einem schwachen, aber positiven Wachstum der Immobilieninvestitionen", sagt der Experte. Gespeist werde dieses Wachstum durch umfangreiche geldpolitische Maßnahmen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Chinas wird seiner Einschätzung nach dennoch etwas schwächer wachsen: Das BIP-Wachstum soll im nächsten Jahr unter 5 Prozent fallen, nach 7,8 Prozent im laufenden Jahr. (fp)