Trotz einer deutlichen Anpassung der US-Zinspolitik hat sich die Dollar-Rally im zweiten Halbjahr 2021 erschöpft. "Dies liegt teilweise an einer synchronisierten Reaktion der Anleihemärkte", erklärt Thomas Hempell, Makro-Chef bei Generali Investments. "Die Ängste vor einer restriktiveren Geldpolitik konzentrieren sich zwar auf die Fed, jedoch steht der Anstieg der Bundrenditen dem der US-Treasuries kaum nach, so dass sich die Renditedifferenzen insgesamt kaum verändert haben." Darüber hinaus hat die Renditevolatilität nachgelassen, die dem Greenback tendenziell Auftrieb verleiht.

Sollte es dennoch zu weiteren US-Dollar-Aufschwüngen kommen, prognostiziert der Makrostratege schon heute einen lediglich temporären Effekt. Den Hauptgrund dafür sieht er in zu unterschiedlichen regionalen Handlungsspielräumen der Notenbanken. "Der US-Dollar ist mittlerweile teuer, und die große Umschichtung von spekulativen Positionen in den US-Dollar im Jahr 2021 hat voraussichtlich ihren Schwung verloren." Zudem werde die globale wirtschaftliche Erholung dem antizyklisch agierenden US-Dollar Gegenwind bescheren. "Es mag verfrüht sein, den US-Dollar jetzt abzuschreiben, aber er ist auch nicht weit von seinem Höchststand entfernt", resümiert Hempell. (fp)