Die Stimmung unter Investoren hat sich im ablaufenden Monat angesichts massiver Kursverluste und eines nicht absehbaren Endes der Corona-Krise massiv verschlechtert. Der weltweite Investor Confidence Index (ICI), den State Street Global Markets monatlich berechnet, sackte im März im Vergleich zum Vormonat von 78,5 auf 74,5 Punkte ab. Regional fiel die Entwicklung dabei sehr unterschiedlich aus: Während der ICI für Nordamerika um 2,9 Punkte und der ICI für Europa sogar um 15 Punkte nachgab, konnte das Stimmungsbarometer für Asien um 8,7 Zähler zulegen.

"Die Sorgen rund um Covid-19 haben sich von China weiter nach Europa bewegt", kommentiert Lee Ferridge, Multi-Asset-Experte bei State Street Global Markets. "Die rasant steigenden Fallzahlen in Europa haben die Stimmung erstmals seit August wieder unter die neutrale Linie von hundert Punkten gedrückt."

Verkaufsdruck nimmt zu
In Nordamerika befand sich der ICI bereits vor dem jüngsten Rückgang auf niedrigem Niveau, nun nähert sich die Stimmung der Investoren einem historischen Tiefpunkt. Noch warten Anleger allerdings ab, wie umfassend die steuerlichen und geldpolitischen Hilfsmaßnahmen der US-Regierung gegen die Corona-Krise ausfallen, sagt Ferridge. In Asien, wo die Zahl der Neuinfektionen mit Sars-CoV-2 deutlich zurückgegangen ist, befindet sich das Stimmungsbarometer inzwischen fast wieder auf demselben Stand wie im Februar.

Trotz einzelner Lichtblicke: Insgesamt liegen die State-Street-Indizes momentan in allen großen Anlageregionen unter dem neutralen Wert von hundert. Das heißt, dass Investoren ihren langfristigen Anteil an Risikoanlagen unterm Strich verringern. Im Gegensatz zu umfragebasierten Trendbarometern basieren die State-Street-ICIs auf tatsächlich getätigten Geschäften. (fp)