Wenn nichts mehr läuft, läuft Gold? Das kann man so nicht sagen, meinen Experten des weltgrößten Vermögensverwalters. Als Absicherung gegen Aktien-Abstürze und steigende Inflation taugt es jedenfalls nicht, schreibt Blackrock-Portfoliomanager Russ Koestrich in einem Blogbeitrag, über den die "Handelszeitung" berichtet. "Gold versagt als Aktien-Hedge", konstatiert Koestrich. Es weise nämlich eine positive Korrelation zu risikoreichen Vermögenswerten auf, also auch zu Aktien. Als Schutz vor Inflation funktioniere es wiederum nur über einen sehr langen Zeitraum hinweg, gemessen in Jahrhunderten statt Jahren.

Doppelt schlecht für Gold-Fans: Das Edelmetall versagt als "sicherer Hafen" in Krisenzeiten – und dürfte auch dann verlieren, wenn die Konjunkturerholung weiter Fahrt aufnimmt. Wegen des Aufwärtstrends in der Wirtschaft und der steigenden Renditen von US-Staatsanleihen hat der Goldpreis seit Jahresbeginn bereits deutlich nachgegeben. Wenn die Realzinsen weiter in die Höhe klettern, dürften Gold-Investoren noch stärkeren Gegenwind bekommen, prophezeit der Blackrock-Manager. Ein solches Szenario ist durchaus wahrscheinlich, denn das milliardenschwere Konjunkturpaket von US-Präsident Joe Biden hat am Mittwoch (10. März) die letzte Hürde im Kongress genommen. 

Wo die Absicherung noch klappt
Großbanken wie UBS und Goldman Sachs haben ihre Preisziele für Gold gesenkt, berichtet die Schweizer Wirtschaftszeitung. Immerhin ein Argument für Gold bleibt aber bestehen: Seine gegenläufige Entwicklung zum US-Dollar. In diesem Punkt klappt es noch mit der Absicherung. "Ohne eine starke Aussicht auf einen sinkenden Dollar würde ich weniger Gold besitzen", schreibt Koestrich denn auch. Wer sich umfangreicher gegen Turbulenzen an den Märkten wappnen will, dem empfiehlt der Fondsmanager indes etwas ganz anderes: "Ein einziges Wort: Bargeld." (fp)