Nahezu jeder zweite Privatinvestor (40,1 Prozent) rechnet bis Ende 2022 mit einem Anstieg des Goldpreises um zehn Prozent, zeigt eine aktuelle Umfrage des Online-Gold-Anbieters Bullionvault. Damit zeigen sich Anleger optimistischer als noch vor einem Jahr. Damals rechnete nur etwa jeder Dritte (28,9 Prozent) mit einem Zehn-Prozent-Plus des Goldpreises innerhalb eines Jahres. In diesem Jahr rechnet sogar fast jeder Dritte (26,8 Prozent) mit einem Plus von 20 Prozent bis Jahresende.  

Laut Bullionvault-Forschungsleiter Adrian Ash hätten die Prognosen der Anleger angesichts der Inflation allerdings noch optimistischer ausfallen können, immerhin gilt das Edelmetall als Absicherung gegen Teuerungsrisiken. "Für Gold gestaltete es sich im Jahr 2021 jedoch schwierig, die starke Performance aus dem Vorjahr beizubehalten", räumt er ein. Aus seiner Sicht haben sich Privatanleger und Vermögensverwalter schon zu Beginn der Pandemie im Jahr 2020 mit Gold eingedeckt. "Während die neuen Zuflüsse im Jahr 2021 hinter diesem Anstieg zurückblieben, bleibt der Großteil dieser Allokationen aber bestehen, was das Vertrauen in die Rolle von Gold als langfristige Portfolio-Versicherung zeigt." 

Konkurrenz zu Aktien 
Ein weiterer Bremsklotz für den Goldpreis ist das gewachsene Vertrauen der Anleger zu Aktien. Allerdings sieht Ash für langfristig orientierte Goldanleger darin auch eine Chance: "Die moderne Geschichte zeigt, dass der beste Zeitpunkt für den Kauf von Gold als Portfolioversicherung dann ist, wenn andere es ignorieren." Niedrigere Einstiegspreise bieten dann ein größeres Aufwärtspotenzial, insbesondere, falls der Aktienmarkt einen Crash erlebt. (fp)