Die Rekordrally bei Gold und die anhaltende Schwäche beim Öl zählen in diesem Jahr zu den auffälligsten Entwicklungen an den globalen Rohstoffmärkten. Nach Einschätzung der Goldman Sachs Group werden sich beide Trends bis 2026 fortsetzen.

Gold soll im kommenden Jahr ein neues Rekordhoch erreichen, während der Ölmarkt von einem Überangebot belastet bleibt, schrieben Analysten um Daan Struyven und Samantha Dart in einer Notiz, in der die wichtigsten Rohstofffavoriten der Bank skizziert werden. Im Basisszenario erwarten sie einen Anstieg des Goldpreises auf 4.900 US-Dollar je Unze, mit Aufwärtsrisiken.

Große Unterschiede innerhalb des Rohstoffsektors
Rohstoffe insgesamt steuern in diesem Jahr zwar auf ein moderates Plus zu, doch dieser Anstieg verdeckt erhebliche Unterschiede in der Entwicklung einzelner Schwergewichte. Während Gold von Käufen der Zentralbanken, Zinssenkungen der US-Notenbank und Zuflüssen in börsengehandelte Produkte profitiert hat, wurde Öl durch weit verbreitete Sorgen über ein massives Überangebot belastet.

Zentralbanken und ETPs treiben Gold
Sinkende US-Zinsen haben dazu geführt, dass ETP-Investoren "begonnen haben, mit Zentralbanken um begrenzte Goldbestände zu konkurrieren", schrieben die Analysten. "Wir erwarten, dass dieselben zwei Treiber – strukturell hohe Zentralbanknachfrage und zyklische Unterstützung durch Zinssenkungen der Fed – den Goldpreis weiter nach oben treiben."

Ölmarkt mit Abwärtsrisiken
Im Gegensatz dazu sehen die Analysten beim Öl Abwärtsrisiken. "Ohne größere Angebotsausfälle oder Produktionskürzungen durch die Opec dürften niedrigere Ölpreise im Jahr 2026 notwendig sein, um den Markt wieder ins Gleichgewicht zu bringen", hieß es. "Wir erwarten, dass der Überschuss im Jahr 2026 zu einem beschleunigten Aufbau der kommerziellen Lagerbestände in den OECD-Ländern führt."

Der globale Referenzpreis Brent soll im kommenden Jahr im Schnitt bei 56 Dollar je Barrel liegen, für die US-Sorte West Texas Intermediate rechnen die Analysten mit 52 Dollar.

"Angebotswelle" wird Erdgaspreis drücken
Darüber hinaus rechnet Goldman Sachs mit niedrigeren Erdgaspreisen angesichts der "größten jemals beobachteten Angebotswelle". Zudem soll Kupfer besser abschneiden als Aluminium, während Eisenerz wegen einer zunehmenden Minenproduktion unter Druck geraten dürfte. (mb/Bloomberg)