Die Investmentbank Goldman Sachs hat eine Befragung ihrer Private-Markets-Kunden durchgeführt. Rund 250 Komplementäre und Kommanditisten sollten beurteilen, ob die Private Markets 2025 im Vergleich zum Vorjahr eine Wende geschafft haben. Goldman Sachs leitet daraus Entwicklungen für kommendes Jahr ab.

Das Ergebnis der Befragung zeigt überwiegenden Optimismus im Hinblick auf das allgemeine Investitionsumfeld und verweist auf höhere Erwartungen, was Liquidierungschancen betrifft. Skeptisch wurden hingegen die anhaltenden geopolitischen Spannungen beurteilt und wie sehr sie bei der Bewertung der Assets eingepreist werden.

Die Zunahme von Exits lässt stabilere Returns erwarten
"Wir glauben, dass ein attraktiverer Markt für Exits, erste Anzeichen von Optimismus im Immobilienbereich und ein stabileres Zinsumfeld uns klare Signale dafür geben, dass sich das Umfeld für die Allokation in alternative Investments zum Besseren wendet", lautet das Fazit der Studie.

Die Befragten zeigten sich im Vergleich zum Vorjahr wieder wesentlich optimistischer hinsichtlich der Exits, die dann auch wieder stabilere Returns ermöglichen würden. Für Secondaries, insbesondere beim Verkauf an strategische Investoren, wird eine Zunahme der Exits zwischen 30 und 40 Prozent erwartet, bei Exits mittels "Continuation Vehicles" – also seitens des Komplementärs initiierte Fortsetzungsfonds, die gleichermaßen Ausstiege wie Neueinstiege ermöglichen – wird eine Steigerung um etwa 50 Prozent erwartet, und die Anzahl der Exits über einen Börsengang könnte sich sogar verdoppeln. Mehr Exits dürften allerdings auch den unterschiedlichen Erfolg der Fondsmanager wieder besser sichtbar werden lassen.

Ein vorsichtiger Optimismus lässt Investments in Private Markets weiter zunehmen
Bei Immobilien macht sich eine Stimmungsaufhellung bemerkbar, weil die Anzahl an Transaktionen wieder deutlich zugenommen hat, was zugleich Bewertungen sich wieder stärker am Marktgeschehen orientieren lässt, und auch das Zinsumfeld hat sich stabilisiert. Infrastrukturinvestments, so ein Umfrageergebnis, dürften von der Angst vor Inflation profitieren. Im Bereich Private Credit nahmen zwar die Renditen ab, weisen aber immer noch einen deutlichen Aufschlag gegenüber öffentlich gehandelten Anleihen auf.

Trotz aller Unsicherheiten, resümiert Goldman Sachs die Studienergebnisse, würden Private-Markets-Investoren weiterhin eine langfristige Perspektive beibehalten. Ein vorsichtiger Optimismus würde sich in dem Maße stabilisieren, in dem sich die Investoren auf die jüngsten Herausforderungen einstellen. Es würde, so die Studienautoren abschließend, zu einer Erweiterung des Spektrums von Anlagestrategien und der Zugangsmöglichkeiten für Privatanleger zu privaten Märkten kommen. (tw)