Ein stärkerer US-Dollar, hohe US-Anleiherenditen, Rekorde am Aktienmarkt, abschmelzende Bestände in ETFs: Gold bekommt derzeit von allen Seiten Gegenwind. Dennoch hält sich sein Preis seit einer Woche über der Marke von 1.700 US-Dollar je Feinunze. "Wir sehen die negativen Nachrichten bei Gold mittlerweile als eingepreist an", sagt Eugen Weinberg, Rohstoffanalyst der Commerzbank. Und stellt klar: "Langfristig bleibt Gold aus unserer Sicht nicht nur als Kapitalschutz, sondern auch als Reservewährung attraktiv." Der polnische Staat zum Beispiel halte einen wachsenden Anteil seiner Reserve in Gold. 

Der Goldpreis könnte nach Einschätzung von Weinberg Unterstützung bekommen, wenn die US-Notenbank Fed auf ihrer zweitägigen Sitzung am 16. und 17. März ihre zurückhaltende Zinspolitik bestätigt, obwohl sich die Konjunkturaussichten inzwischen verbessert haben. Eine solches Szenario ist nicht unwahrscheinlich: Im Dezember haben die Mitglieder des Offenmarktkomitees der Fed bereits vorhergesagt, dass sie die Zinsen bis Ende 2023 aller Voraussicht nach nahe null halten.

Platin und Palladium profitieren
Im Fahrwasser des gelben Metalls haben auch die Preise von Platin und Palladium leicht angezogen. "Bei Palladium wurden die Netto-Long-Positionen der Großanleger seit Anfang Januar merklich abgebaut", berichtet der Commerzbank-Analyst. "Das sollte langfristig eher preisstützend wirken." Bei Platin haben zuletzt ETF-Anleger kräftig zugegriffen und so viel zugekauft wie seit einem Mont nicht mehr. (fp)