Gold konnte 2020 zu neuen Höhen aufsteigen. Anleger flüchteten sich in den turbulenten Zeiten in den sicheren Hafen, das führte zu hohen Preisen für das Edelmetall: Im Juli vergangenen Jahres kostetet eine Feinunze, also 31,1 Gramm, 1944,72 US-Dollar und war damit so teuer wie nie zuvor. Das führte auch zu Rekorden in den Goldbeständen der Deutschen Börse. Zum 30. Juni 2020 lagerten dort 221,7 Tonnen Gold. Zum Jahresende hin spiegelte sich in den Beständen die Verkaufslaune der Anleger wider. Ende Dezember lagerten noch 216,9 Tonnen des Edelmetalls in den Tresoren der Deutschen Börse, berichtet das "Handelsblatt". 

Der Goldbestand schrumpft zwar, ist aber immer noch um 13,7 Tonnen höher als zu Beginn des alten Jahres. Der Gesamtwert liegt bei 10,7 Milliarden Euro. Die Goldbestände der Deutschen Börse wachsen, wenn Anleger sogenannte Xetra-Gold-Anleihen erwerben. Für jeden Anteilschein wird ein Gramm des Edelmetalls hinterlegt. Gewinne, die Anleger mit dem Xetra-Gold machen, haben einen besonderen Vorteil: Wer das Gold mindestens ein Jahr lang gehalten hat, muss – anders als bei Aktien, Fonds und anderen Wertpapieren – keine Abgeltungsteuer zahlen.

Steuerfreiheit bleibt
Das hätte sich im vergangenen Jahr beinah geändert. Ein im Juli veröffentlichte Entwurf der Bundesregierung sah vor, Xetra-Gold mit anderen Wertpapieren gleichzustellen. In der Finanzwelt sorgte der Plan für viel Aufruhr. So warnte die Deutsche Börse davor, dass Anleger im Fall einer neuen Abgabe auf Veräußerungsgewinne in zwielichtige Marktsegmente abwandern könnten. Auch bei CDU und CSU stieß der Vorschlag auf Widerstand und scheiterte schließlich. (fp)