Lange sah es nicht gut aus für die deutschen Kommunen, die zum Teil Millionenbeträge bei der kollabierten Greensill-Bank geparkt hatten. Jetzt schürt ein Gläubigertreffen Hoffnung: Betroffene Kämmerer könnten nach dem Zusammenbruch des Geldhauses möglicherweise wenigstens eine Teilrückzahlung erhalten, berichten zahlreiche Medien wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) und der "Norddeutsche Rundfunk" (NDR). Demnach will Insolvenzverwalter Michael Frege innerhalb der kommenden fünf Jahre zwei Milliarden Euro als Insolvenzmasse zurückerlangen. 

Dutzende Kommunen hatten in den vergangenen Jahren insgesamt mehr als 145 Millionen Euro bei dem Kreditunternehmen angelegt. Geld, das nach der Schließung des Bankhauses durch die Bafin und der folgenden Insolvenz zunächst verloren schien: Kommunen gelten nach deutschem Finanzrecht als Profi-Investoren . Für sie gilt seit 2017 nicht mehr der eigens für Pleiten eingerichtete Einlagensicherungsfonds des Bankenverbands. Deswegen hatten 20 der betroffenen Städte und Gemeinden eine Interessegemeinschaft gebildet, um mit Hilfe zweier Anwaltskanzleien ihr Geld zumindest teilweise zurückzubekommen. Unter den Geschädigten ist zum Beispiel Monheim in Nordrhein-Westfalen, das insgesamt 38 Millionen Euro als Festgeld bei dem in Schieflage geratenen Institut angelegt hatte.

Eine Milliarde für Kommunen
Bis die Kommunen ihr Geld wiedersehen, könnte es dauern: Die beauftragten Insolvenzverwalter rechnen mit fünf bis zehn Jahren Laufzeit für das Insolvenzverfahren – und ob dann wirklich noch etwas für die Kommunen übrigbleibt, ist bislang unklar. Falls die Insolvenzverwalter allerdings Recht behalten, dürfte eine Milliarde der insgesamt zwei Milliarden Euro Insolvenzmasse an den gesetzlichen Entschädigungsfonds gehen. Die andere ginge an einen freiwilligen Fonds sowie ungesicherte Gläubiger – also an die Kommunen. Monheim gibt sich positiv: Im besten Fall könne man hoffen, in den ersten fünf Jahren des Prozesses ein Viertel der Forderungen zurückzuerlangen, sagte Monheims Bürgermeister Daniel Zimmermann der FAZ. (fp)