Anlageprofis sind längst nicht mehr so optimistisch wie zu Jahresbeginn. Das zeigt der globale Investor Confidence Index (ICI) von State Street Global Markets. Das Barometer misst die Risikobereitschaft institutioneller Investoren. Im Februar sank es um 8,9 Punkte auf 91,9 Punkte. Ein Wert von hundert ist neutral – liegt der Index darunter, bedeutet das, dass Investoren ihren langfristigen Anteil an risikoreichen Anlagen wie Aktien verringern.

Besonders stark sank das Anlegervertrauen in Europa und Asien. Der europäische ICI gab um 16,6 Punkte nach und liegt nun bei 78,1 Zählern. Das asiatische Vertrauensbarometer fiel sogar um 17,5 Punkte, liegt mit aktuell 98,2 Punkten aber zumindest nur knapp unter dem neutrale Wert. Der ICI für Nordamerika sank ebenfalls, allerdings nicht so stark: Er gab im Februar um 2,8 auf 93,3 Punkte nach. Das laufende Jahr ist dem Vertrauensvorschuss, den Institutionelle ihm im Februar gegeben hatten, offenbar bislang nicht gerecht geworden.

Zwischen Viruswelle und Kreditklemme
Grund für die schlechte Stimmung unter institutionellen Investoren seien die schleppend laufenden Impfkampagnen und die neuen Virusmutationen, kommentiert Rajeev Bhargava, Leiter der Anlegerverhalten-Analyse bei State Street Associates. In Europa wurden die Wachstumsprognosen zuletzt nach unten korrigiert. "Und obwohl sich die Wirtschaft in Asien wegen der starken Exporttätigkeit weiter erholt, könnten die Sorgen über sich verschärfende Kreditbedingungen aus China den Enthusiasmus für die Region gedämpft haben", sagt Bhargava. (fp)