Mit Lego kann man Geld verdienen – und zwar mehr als mit vielen Investmentfonds. Studien zeigen, dass die Rendite, die sich mit Lego-Sets erwirtschaften lässt, die Performance aktiv verwalteter Fonds oft übersteigt, berichtet das "Handelsblatt".

So brachte beispielsweise ein "Harry-Potter"-Bausatz, der im Jahr 2005 für 29,90 Euro zu haben war, zuletzt 400 Euro ein. Das entspricht einer Rendite von rund 1.200 Prozent. Damit sich die Klötzchen als Sammler-Schätze qualifizieren, müssen Bausätze allerdings eine wichtige Voraussetzung erfüllen: Die Verpackung muss ungeöffnet und originalversiegelt sein.

Ein Set des "Star-Wars"-Todessterns II, das im Jahr 2005 für 250 Euro über die Ladentheke ging, bringt heute in neuwertiger Originalverpackung mindestens 2.000 Euro. Eine ähnliche Wertsteigerung kann der Millennium-Falke verzeichnen, der ebenfalls aus der "Star Wars"-Serie stammt. Seit 2007 ist der Wert des Sets im Originalzustand von 450 auf 4.500 Euro gestiegen. Viele Lego-Liebhaber kaufen nach Erscheinen eines neuen Sets deshalb gleich zwei Exemplare: eines zum Bauen und eines als Wertanlage.

Portfolio-Bausteine für mehr Sicherheit
Forscherinnen der Higher School of Economics in Moskau haben herausgefunden, dass die Bausätze für das "Harry-Potter"-Schloss Hogwarts und der Jedi-Star-Fighter aus "Star Wars" zuletzt eine Rendite von rund elf Prozent pro Jahr brachten. Damit entwickelten sie sich besser als US-Aktien und Gold. Laut der Studie "Lego – The Toy of Smart Investors" lassen sich mit kleineren Bausätzen mit bis zu 340 Teilen noch höhere Renditeen erzielen. Kleine Sets legten pro Jahr im Schnitt 22 Prozent an Wert zu, größere Sets mit bis zu 6.000 Teilen zwölf Prozent.

Laut den Studienautorinnen Victoria Dobrynskaya und Yulia Kishilova erzielte das gesamte Lego-Sortiment zwischen 1987 und 2015 eine Durchschnittsrendite von immerhin zehn bis elf Prozent, trotz diverser Krisen. Damit schnitten die Klötzchen besser ab als viele andere Anlagen. Wer Lego zur Portfolio-Diversifizierung einsetzen will, sollte allerdings – wie immer beim Investieren – genau hinschauen: Während "Star Wars", "Batman" und "Indiana Jones" hohe Renditen versprechen, verzeichneten "Simpsons"-Bausätze zuletzt einen Verlust von durchschnittlich 3,5 Prozent pro Jahr. (fp)