Die deutschen Bundestagswahlen stehen in wenigen Monaten bevor. Vorausschauende Anleger fragen sich schon jetzt, welchen Einfluss der Ausgang auf die Entwicklung ihrer Portfolios haben könnte. DZ-Bank-Chefanlagestratege Christian Kahler hat darauf in einem aktuellen Marktkommentar eine Antwort gegeben: Voraussichtlich keinen, es sei denn, ein Bündnis aus Grünen, SPD und Linken regiert künftig das Land. “Eine Grün-Rot-Rote Regierung ist derzeit am Aktienmarkt die einzige Regierungskonstellation, die als belastend gesehen wird, wohl auch wegen der schlechten Erfahrungen mit der dezidiert linken Regierungspolitik, die seit Jahren im Bundesland Berlin-Brandenburg betrieben wurde“, sagt Kahler. 

Historisch betrachtet war der Ausgang einer Bundestagswahl für die Entwicklung des Dax nie von großer Bedeutung. Im Fall einer Grün-Rot-Rot-Koalition könnte es nach Ansicht des Experten allerdings einigen deutschen Konzernen an den Kragen gehen, darunter etwa der Deutsche Wohnen und Vonovia ebenso wie Unternehmen mit hohem CO2-Verbrauch, etwa Lufthansa, Thyssenkrupp oder HeidelbergerCement. Wer deutsche Papiere in seinem Portfolio stark gewichtet, sollten daher über das Umschichten nachdenken, meint der Experte. 

Dem Home Bias trotzen
Viele Anleger unterliegen dem sogenannten Home Bias – sie neigen dazu, Geldanlagen aus ihrem eigenen Land überproportional stark zu gewichten. Kurz vor der Wahl ist ein guter Zeitpunkt, diese Strategie zu überdenken, empfiehlt Kahler: “Anleger sind gut beraten, sich vom deutschen Aktienmarkt zu lösen und ihre Portfolios international breiter zu diversifizieren.“ Eine Orientierungsgrundlage ist der Börsenbarometer MSCI World – dieser Gewichtet deutsche Aktien beispielsweise zu nur 2,9 Prozent. (fp)