"Change is coming, whether you like it or not.“ Der Slogan der 16-jährigen Klima-Aktivistin Greta Thunberg trifft wohl ganz besonders auf den deutschen Investmentfondsmarkt zu. Denn wie der vom FNG (Forum Nachhaltige Geldanlagen) publizierte Marktbericht für Nachhaltige Geldanlagen 2019 zeigt, wurde 2018 hierzulande besonders verantwortlich investiert.

Die Gesamtsumme der nachhaltigen Geldanlagen in Deutschland kletterte im vergangenen Jahr um mehr als 48 Milliarden Euro beziehungsweise 28 Prozent auf 219,1 Milliarden Euro. Berücksichtigt man zusätzlich die Vermögen, für die Nachhaltigkeitskriterien auf Unternehmensebene verankert sind, ergibt sich per Ende 2018 eine Gesamtsumme von 1,53 Billionen Euro für verantwortliche Investments (Definition auf Seite 9 der Chartstrecke oben) in Deutschland  – nach zuvor 1,41 Billionen Euro wie in 2017. 

Das im Rahmen von Investmentfonds und Mandaten nachhaltig verwaltete Vermögen legte 2018 so stark zu wie nie zuvor seit Veröffentlichung des ersten FNG-Marktberichts im Jahr 2005. Ende des Jahres lag es mit insgesamt 133,5 Milliarden Euro um mehr als 41 Milliarden Euro über dem Vorjahreswert. Dies entspricht einem Anstieg von rund 45 Prozent. Davon entfielen 88,8 Milliarden Euro auf nachhaltige Mandate (+ 43 Prozent) und 44,7 Milliarden Euro auf nachhaltige Investmentfonds (+ 49 Prozent).

Institutionelle Investoren als treibende Kraft
Hauptmotor der "grünen Welle" waren und sind institutionelle Geldgeber: 93 Prozent der Investitionen in nachhaltige Fonds und Mandate sind auf Anleger bei Versicherungen, kirchliche und diakonische Einrichtungen, betriebliche Pensionskassen und andere Vorsorgewerke zurückzuführen. Helge Wulsdorf sieht in Zukunft auch das Segment der privaten Anleger an Dynamik gewinnen: "Durch die beschlossene verpflichtende Abfrage der Nachhaltigkeitspräferenz im Kundengespräch wird die Nachfrage privater Anleger nach nachhaltigen Anlageprodukten einen deutlichen Schub erleben", sagt das FNG-Vorstandsmitglied.

Kohle neu in den Top-Ten
Bei den im Rahmen der Nachhaltigen Geldanlage eingesetzten Anlagestrategien sind Ausschlusskriterien am meisten verbreitet und werden mit weiteren Anlagestrategien kombiniert. Knapp 128 Milliarden Euro wurden unter Nutzung entsprechender Kriterien verwaltet. Bei den Unternehmen wurde dabei vor allem auf die Einhaltung von Arbeitsrechten, die Bekämpfung von Korruption und Bestechung sowie die Achtung von Menschenrechten geachtet.

Die Berücksichtigung von Klimaaspekten gewinnt über alle Asset-Klassen hinweg stark an Bedeutung. So ist der Ausschluss von Unternehmen, die Stein- oder Braunkohle fördern oder verstromen, neu in den Top 10 der klaren "No-Gos".  (aem)


Die spannendsten Fakten aus dem Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2019 hat die Redaktion in der Klickstrecke oben für Sie aufbereitet! Interessierte Leser gelangen hier zur kompletten Version des Berichts.