Angesichts von Niedrigzinsen und hohen Regulierungskosten denken immer mehr Banken in Deutschland über Zusammenschlüsse mit Konkurrenten nach. Nun reiht sich auch die Hamburger Volksbank in die Reihe der Fusionswilligen ein. Das Institut hat Sondierungsgespräche mit der Volksbank Lübeck aufgenommen, berichtet die Nachrichtenagentur "Bloomberg". Die Aufsichtsräte beider Banken unterstützen die Fortsetzung der Gespräche.

Im Interview mit dem "Hamburger Abendblatt" redet Vorstandssprecher Reiner Brüggestrat von einem "Zukunftsdialog" und einer "hanseatischen Allianz". Die Volksbanken wollen sich gemeinsam fit machen für die Herausforderungen der kommenden Jahre. Laut Brüggestrat gehe es dabei vor allem um das Bündeln von Stärken. "Kein Mitarbeiter muss sich um seinen Arbeitsplatz sorgen. Im Gegenteil: Von den jeweiligen Fachspezialisten könnten zukünftig beide Häuser profitieren."

Milliardenschweres Geldinstitut
Das Betriebsergebnis vor Bewertung der Hamburger Volksbank sank im Geschäftsjahr 2019 um knapp vier Prozent auf 19,6 Millionen Euro, berichtet die Zeitung. Der Zinsüberschuss lag mit 55,0 Millionen Euro leicht über Vorjahresniveau. Auch der Provisionsüberschuss kletterte um 700.000 Euro auf 24,5 Millionen Euro. Die Bilanzsumme stieg nach vorläufigen Zahlen um 11,4 Prozent auf 3,92 Milliarden Euro. Sollte es zu einer Fusion der beiden Geldhäuser kommen, würde ein Institut mit einer Bilanzsumme von rund fünf Milliarden Euro entstehen. (fp)