Das größte Problem am Handelskrieg zwischen den USA und anderen Staaten sind nicht die erhobenen Zölle, erklären die Experten des Fondsanbieters T. Rowe Price. "Die Angst, die von den Zöllen ausgeht, richtet den größten Schaden an", sagt Nikolaj Schmidt, Chief International Economist bei T. Rowe Price. Wenn ein Unternehmen Geld für Investitionen in die Hand nehmen wolle, müsse es Klarheit haben: etwa darüber, ob es in einigen Monaten noch mit Mexiko Handel treiben könne und unter welchen Bedingungen dieser Handel stattfinden werde. "Ohne diese Klarheit ist es schwierig, Verpflichtungen einzugehen", so Schmidt.

Der indirekte Verlust an globalem Wachstum durch verringerte Investitionsausgaben könne so viel größer sein als der Verlust, der durch die Zölle selbst verursacht werde, sagt der Ökonom. Die Kreditvergabe in China schwindet bereits. "Das in Kombination mit steigenden Ölpreisen spiegelt sich dort in einer schwindenden Kaufkraft wider, da China überwiegend Öl importiert", sagt Schmidt. Er erwartet, dass die chinesische Regierung weiterhin reaktiv statt proaktiv agieren wird. Riesige Infrastrukturprojekte dürfte sie so vorerst nicht ankurbeln. 

Handelskrieg sorgt für Gegenwind
Insgesamt sorge der drohende Handelskrieg bei Unternehmen für Gegenwind – und bringe so auch Anleger unter Druck. Die höhere Marktvolatilität und der gestiegene Ölpreis tun ihr Übriges, so Schmidt. Die globale Wirtschaft schwächle bereits. Der Ökonom rechnet für dieses Jahr mit einem globalen Wachstum, das unter dem Marktkonsens liegt. (fp)