Anleger, die ihr Geld in Gold investiert haben, warten dieser Tage vergeblich auf eine Rally. Dabei sei das Edelmetall die Antwort auf die derzeitigen geldpolitischen Herausforderungen, meint Nico Baumbach, Fondsmanager bei der Vermögensverwaltung Hansainvest. Anleger stehen derzeit vor vielen Fragen, etwa, wie sich die Inflation und die Zinsen weiterhin entwickeln werden. Für Investoren können solche Unsicherheiten ein Auslöser für Goldkäufe sein.

Allerdings suchen derzeit längst nicht alle Anleger nach sicheren Häfen. "Die abnehmende Volatilität in Verbindung mit einer seit bald 18 Monaten anhaltenden Aufwärtsbewegung vermittelt Aktienkäufern ein Bild reduzierter Risiken – und lässt die Notwendigkeit, das eigene Portfolio auch in Richtung Gold zu diversifizieren, in den Hintergrund treten", erklärt Baumbach. Es bedürfe erst eines kräftigen Kursrückgangs auf dem Aktienmarkt, um die Masse der Investoren wieder mehr für Gold zu gewinnen. 

Gold als "Unfallversicherung"
Sollte die US-Notenbank Fed ihre Zinsen wie von einigen Marktteilnehmern erwartet bald anheben, dürfte das den Goldpreis in US-Dollar drücken, sagt Baumbach. Bei der Europäischen Zentralbank (EZB) rechnen manche Beobachter dagegen mit weiter sinkenden Zinsen. Wie sich diese gegenläufige Entwicklung auf den Goldpreis auswirken würde, bleibt abzuwarten. So oder so hält Baumbach das Edelmetall für einen wichtigen Bestandteil des Portfolios: "Gold ist als Unfallversicherung für das eigene Depot eine dauerhafte Antwort auf die Fragen, die Wirtschaft, Politik und das Leben über die Jahrhunderte gestellt haben." (fp)