In den USA gibt es wegen der Covid-19-Pandemie ein kurioses Problem: Es ist nicht mehr genug Bargeld im Umlauf, vor allem in Münzform. "Das Problem ist, dass die Zirkulation quasi gestoppt wurde, weil die Geschäfte und Banken geschlossen waren", sagte Jerome Powell, Chef der US-amerikanischen Notenbank Federal Reserve (Fed) laut dem Nachrichtensender "ntv" am Mittwoch (29. Juli) vor Journalisten. Eine "Münzgeld-Taskforce" solle das Problem anpacken. Außerdem appellierte die Regierung an die Bürger, ihr Münzgeld entweder in Geschäften auszugeben oder bei ihrer Bank einzuzahlen, berichtet ntv. In den sozialen Medien wird dafür der Hashtag #getcoinsmoving verwendet.
 
Auch der Münzhersteller U.S. Mint gehört zu der Taskforce. Dieser versuche laut Powell die Produktion auszuweiten, berichtet  "Der Spiegel". Allerdings würden die Münzen in Fabriken angefertigt, die aufgrund der Arbeitsschutzregeln während der Pandemie und wegen Arbeitsausfällen durch Corona-Infektionen nicht reibungslos liefen. Der Münzhersteller bestätigt den Ernst der Lage: "Für Millionen Amerikaner ist Bargeld die einzige Form des Bezahlens, und Bargeldzahlungen basieren darauf, dass es Münzen zum Wechseln gibt." Dieses Jahr würden 1,6 Milliarden Münzen pro Monat hergestellt. Im Schnitt der vergangenen Jahre wurden monatlich rund eine Milliarde Münzen geprägt..

Die Masse macht’s
Bei einigen Bürgern kommt die Botschaft wohl an. Der Spiegel berichtet von einem Mann, der Münzen im Wert von mehr als 5.000 Dollar zu seiner Bank brachte. Die Sparschweine und Behälter mit dem Kleingeld hatte er mit einem Wägelchen zur Filiale ziehen müssen. (fp)