Um sich eine eigene Wohnung oder ein eigenes Haus leisten zu können, müssen Käufer immer tiefer in die Tasche greifen. Seit Beginn der Corona-Pandemie sind die Preise für Wohnimmobilien auch außerhalb zentraler Lagen deutlich gestiegen. "Proportional nehmen auch die Kaufnebenkosten zu, sodass ein großer Teil des Eigenkapitals in diesen Posten fließt", berichtet Michael Neumann, Vorstandsvorsitzender des Finanzdienstleisters Dr. Klein. Die Folge sind deutlich höhere Darlehenssummen. Im Februar liehen sich angehende Eigenheimbesitzer im Durchschnitt 304.000 Euro von der Bank – ein neuer Rekordwert. Damit setzte sich der bereits seit einiger Zeit zu beobachtende Aufwärtstrend bei Immobilienkrediten fort.

Höhere Kreditsummen bedeuten aber nicht automatisch, dass Immobilienkäufer bei der Finanzierung übermütig würden. "Die aktuellen Daten zur anfänglichen Tilgungshöhe und zur durchschnittlichen Zinsbindung spiegeln das Bedürfnis nach soliden Finanzierungen wider", betont Neumann. Die anfängliche Tilgungshöhe liegt bei 2,8 Prozent, die durchschnittliche Zinsbindungsfrist bei 13 Jahren und vier Monaten. Damit bewegten sich im Februar beide Werte auf dem Niveau des Vormonats. "Wer seinen Immobilienkredit gleich zu Beginn mit einer hohen Tilgungsrate zurückzahlt und eine lange Zinsbindung wählt, reduziert die Summe, die als Restschuld übrigbleibt und anschlussfinanziert werden muss", erklärt Neumann. Damit sinken sowohl das Zinsänderungsrisiko als auch die Gesamtlaufzeit des Darlehens.

Forward-Darlehen legen leicht zu
Pech für Kreditnehmer: Die Bauzinsen haben seit Jahresbeginn spürbar angezogen. Sollten sie weiter steigen, könnten Forward-Darlehen an Bedeutung gewinnen. Damit sichert man sich gegen einen Aufschlag das aktuelle Zinsniveau für die Anschlussfinanzierung. Momentan spielen solche Darlehen noch eine verhältnismäßig kleine Rolle, sagt der Dr.-Klein-Vorstand. Ein leichter Aufwärtstrend ist aber bereits zu beobachten: Im Februar stieg der Anteil von Forward-Darlegen an allen Immobilienfinanzierungen um 0,5 Prozent auf rund 5,5 Prozent. Zum Vergleich: Im Februar 2017 hatten sie einen bisherigen Rekord-Marktanteil von 20 Prozent. (fp)