Der US-Milliardär und Gründer des weltgrößten Hedgefonds Bridgewater Associates, Ray Dalio, gilt als meinungsfreudiger Investor. Nun hat sich der Finanzprofi kritisch zum allgemeinen Zustand des weltweiten Finanz- und Gesellschaftssystems geäußert. Das Fazit des Finanzprofis: "Die Welt ist verrückt geworden, und das System ist kaputt."

Das schreibt Dalio laut "Manager Magazin Online" in einem längeren Post auf der Netzwerk-Website LinkedIn, der nach Angaben der Nachrichtenseite Bloomberg auf Äußerungen beruht, die der Hedgefonds-Lenker zuvor bei einer Konferenz in Connecticut gemacht hatte. Demnach ist Dalio der Ansicht, dass die wirtschaftliche Ungleichheit in den USA inzwischen zu einem "nationalen Notfall" geworden ist.

Niedrigzins ist großes Problem
Das Problem ist nach Ansicht des Milliardärs vor allem die anhaltende Niedrigzinspolitik, schreibt das Manager Magazin weiter. Dalio sieht demnach in der anhaltend expansiven Geldpolitik der großen Notenbanken einen Verstärker gesellschaftlicher Ungleichverteilungen. "Während jenen, die Vermögen haben und kreditwürdig sind, Geld praktisch kostenlos zur Verfügung steht, ist es für diejenigen, die weder über Vermögen noch über Kreditwürdigkeit verfügen, unerreichbar", zitiert der Artikel aus dem LinkedIn-Post. Seine Befürchtung fasst er in dem Satz zusammen: "Wir werden versuchen, uns gegenseitig umzubringen."

Der prominente Milliardär hatte schon in früheren Statements den Kapitalismus generell kritisiert, weil das System für viele Menschen nicht mehr funktioniere. Er fordert zum Beispiel höhere Steuern für Superreiche, um vor allem bei der Bildung für mehr Chancengleichheit zu sorgen. (fp)