Wer ein Haus kaufen oder neu bauen will, konnte sich lange sicher sein: Das Zinsniveau wird niedrig bleiben – oder sogar weiter fallen. Seit Jahren rauschen die Bauzinsen in Deutschland nun schon in den Keller, bis sie zuletzt bei einigen Banken sogar an der Nulllinie kratzten. Nun aber scheint der Boden erreicht: Laut Zahlen der Vergleichsportale Biallo und der FMH Finanzberatung sind die Zinsen für Baudarlehen zuletzt weiter angestiegen. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ).

Der Biallo-Index für Hypothekendarlehen mit zehn Jahren Laufzeit stieg im Januar auf 0,81 Prozent. Im Oktober lag der Wert auf einem historischen Tief von 0,71 Prozent. Auch der FMH-Index notierte im Oktober mit 0,68 Prozent auf einem Allzeittief und ist seitdem kontinuierlich gestiegen auf zuletzt 0,82 Prozent. Negative Bauzinsen scheinen damit zumindest auf absehbare Zeit nicht in Sicht, schreibt die FAZ.

Entspannung im Handelsstreit lässt Bundrenditen steigen
Grund für die gestiegenen Bauzinsen ist der Zeitung zufolge der Anstieg der Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe, an der sich Banken bei den Bauzinsen oft orientieren. Sie fiel im August vorigen Jahres auf ein Rekordtief von minus 0,71 Prozent und kletterte seitdem bis auf minus 0,19 Prozent. Den Rendite-Anstieg erklärt sich die FAZ mit den nachlassenden Brexit-Sorgen sowie den Fortschritten im Handelskonflikt zwischen den USA und China. (fp)