Warren Buffett ist einer der erfolgreichsten Investoren aller Zeiten, keine Frage. Doch auch vor dem Orakel von Omaha macht Kritik nicht Halt. So bezeichnet Hendrik Leber, Gründer der Vermögensverwaltung Acatis und lange Zeit hindurch eingefleischter "Buffett-Jünger", die Strategien der amerikanischen Investmentlegende jüngst im Gespräch mit der Zeitung "Kurier" als altbacken.

Vieles im Berkshire-Universum atme die Luft einer untergangenen Zeit: Ketchup, Hamburger und Cola seien schon lange keine zukunftsträchtigen Anlagen mehr. Derart hart ins Gericht mit Buffet geht Leber nicht zum ersten Mal: Bereits auf dem diesjährigen FONDS professionell-KONGRESS in Mannheim war er zu seinem einstigen Idol auf Abstand gegangen.

Erfolgversprechender sind laut Leber Investments im Agrarsektor: "Der Welthunger nach Protein wird auf herkömmliche Art nicht zu stillen sein", so der Starinvestor. Er hat deshalb Themen wie Fleisch aus der Retorte, innerstädtische Gewächshäuser und gentechnisch veränderte, besonders schnell wachsende Lachse auf dem Radar. Einen kräftigen Schub erwartet Leber auch bei der Elektromobilität. Hier setzt er vor allem auf Produzenten von Lithium, Kathoden und Separatoren sowie auf Sensorik- und Halbleiterhersteller.

Tesla nicht zukunftsfähig
Wenig überzeugt zeigte sich Leber von Tesla. Er glaubt nicht daran, dass der E-Auto-Pionier die Produktion in Großserie stemmen kann. Sorgen bereitet ihm auch die steigende Verschuldung zahlreicher Unternehmen. Viele Firmen haben zuletzt verstärkt Aktien auf Kredit zurückgekauft. "Wir werden Pleiten erleben", ist Leber überzeugt. Er rechnet mit weiter steigenden Zinsen von Seiten der Zentralbank und wappnet sich mittelfristig gegen steigende Inflation. (fp)