Historischer Wahlsieg katapultiert Nikkei auf Rekordhoch
Japans Aktienmarkt erreicht neue Rekordstände. Nach dem fulminanten Wahlsieg von Premierministerin Sanae Takaichi setzen Anleger auf höhere Staatsausgaben in Zukunftsbranchen wie KI, Halbleiter und Verteidigung. Der Nikkei sprang um fast vier Prozent nach oben.
Japanische Aktien sind auf neue Höchststände gestiegen, nachdem Premierministerin Sanae Takaichi am Sonntag (8.2.) einen historischen Wahlsieg errungen hatte. Das schürte Erwartungen auf höhere staatliche Ausgaben in Schlüsselindustrien.
Der Leitindex Nikkei 225 legte um 3,9 Prozent zu und schloss in Tokio auf einem Rekordhoch von 56.363,94 Punkten. Der breiter gefasste Topix stieg um 2,3 Prozent auf einen neuen Höchststand von 3.783,57 Punkten. Technologie- und Maschinenbauwerte führten die Rally an, einige Hersteller von Chip-Ausrüstung gewannen mehr als zehn Prozent.
Klare Mehrheit für expansive Fiskalpolitik
Takaichis Regierungskoalition sicherte sich bei der Unterhauswahl am Sonntag eine überwältigende Mehrheit. Damit erhält sie ein klares Mandat, eine expansivere Fiskalpolitik zu verfolgen, die japanische Aktien bereits auf Allzeithochs getrieben hat. Branchen, die von ihren "strategischen" Ausgabenplänen profitieren dürften – darunter Künstliche Intelligenz (KI), Halbleiter, Quantencomputing und Verteidigung –, trugen maßgeblich zum Anstieg bei und gehörten am Montag (9.2.) zu den stärksten Gewinnern.
Takaichis Sieg habe die ersten Erwartungen "deutlich übertroffen" und "könnte die Schleusen für ihre expansiven Maßnahmen öffnen", schreibt Andrew Jackson, Leiter der Japan-Aktienstrategie bei Ortus Advisors, in einer Mitteilung. Er erwartet weiteres Aufwärtspotenzial für Verteidigungswerte, da Takaichi höhere Sicherheitsausgaben zugesagt habe, ebenso für Unternehmen aus dem Raumfahrtbereich.
Profiteure: Verteidigung, Finanzwerte und Konsum
Auch Finanzwerte dürften profitieren, da langfristige Anleiherenditen steigen, ergänzt Jackson. Lebensmittelaktien könnten wiederum von Takaichis Wahlversprechen einer temporären Senkung der Verbrauchsteuer auf Nahrungsmittel begünstigt werden.
Die Rüstungsunternehmen Mitsubishi Heavy Industries, IHI und Kawasaki Heavy Industries zeigten sich am Montag allesamt stark. Kawasaki Heavy sprang um 16 Prozent nach oben, unterstützt durch Geschäftszahlen, die besser ausfielen als erwartet. Auch Kabelhersteller wie Furukawa Electric und Sumitomo Electric Industries legten zu. Immobilien- und Bauwerte, die ebenfalls als Profiteure von Takaichis Politik gelten, gehörten zu den stärksten Titeln im Topix.
JP Morgan hebt Nikkei-Ziel auf 61.000 Punkte an
Der "historische Sieg" der Liberaldemokratischen Partei verschaffe Premierministerin Takaichi eine stabile Mehrheit, verringere Koalitionszwänge und ermögliche entschlossenes Handeln bei Fiskalimpulsen, KI, Halbleitern, Energiesicherheit und strategischen Reformen, sagte Marc Jocum, Senior Investment Strategist bei Global X Management. "Die Märkte haben nun einen klaren fiskalpolitischen Handlungsspielraum bis 2028, bis zur nächsten Wahl", erklärte er.
Die Erwartungen an politische Stabilität veranlassten Strategen von JP Morgan Securities, ihr Jahresendziel für den Nikkei in einer am Montagmorgen veröffentlichten Notiz von 60.000 auf 61.000 Punkte anzuheben.
Halbleiterwerte profitieren zusätzlich von KI-Investitionen
Auch der Chip-Ausrüster Advantest gehörte am Montag zu den Top-Gewinnern, die Aktie stieg um zwölf Prozent. Die Aussicht auf zusätzliche KI-Investitionen großer Tech-Konzerne nach den Quartalszahlen von Amazon am Freitag (6.2.) sei ein zusätzlicher Rückenwind für Japans Halbleitersektor – "zusätzlich zum Takaichi-Effekt", sagte Ortus-Experte Andrew Jackson. (mb/Bloomberg)














