Höchster Tagesverlust aller Zeiten: Aktienpanik in Asien
In den vergangenen Wochen galt Südkoreas Börse als heißeste Wette am globalen Aktienmarkt. Doch der Krieg im Nahen Osten ließ internationale Investoren den Schalter umlegen: Jetzt stürzen die Kurse ab wie nie zuvor.
Der Kospi-Index hat am Mittwoch (4.3.) zwölf Prozent an Wert eingebüßt. Das ist der höchste Tagesverlust in der Geschichte des südkoreanischen Aktienmarkts, berichtet die Nachrichtenagentur "Bloomberg". Schon am Vortag hatte der Leitindex der Börse Seoul 7,2 Prozent im Minus geschlossen.
Der Kurssturz am Mittwoch führte zu einer 20-minütigen Handelsunterbrechung. Von den über 800 im Index enthaltenen Aktien schlossen nur zehn im Plus. In den Monaten zuvor hatte die Euphorie um Chipwerte und andere Gewinner des KI-Hypes den Kospi auf immer neue Rekordstände katapultiert.
"Der Ausverkauf in Japan ist sehr heftig"
Auch an anderen asiatischen Börsen sind herbe Verluste zu verzeichnen. Der japanische Leitindex Nikkei 225 schloss am Mittwoch 3,6 Prozent im Minus, nachdem er am Dienstag bereits um 3,1 Prozent eingebrochen war. "Der Ausverkauf in Japan ist sehr heftig", sagte Rajeev de Mello, Portfoliomanager bei Gama Asset Management. "Investoren nehmen derzeit Gewinne in den Teilen ihres Portfolios mit, in denen sie erhebliche Gewinne erzielt haben."
Die europäischen Börsen zeigten sich im frühen Handel am Mittwoch vergleichsweise stabil. Der deutsche Leitindex Dax lag am Vormittag nach zwei Tagen mit signifikanten Verlusten leicht im Plus. Allein am Dienstag hatte Frankfurts Leitindex 3,4 Prozent eingebüßt. Auch der Euro Stoxx 50 notierte am Mittwochmorgen leicht im Plus. Der US-Leitindex S&P 500 hatte am Dienstag zeitweise 2,5 Prozent im Minus gelegen, holte einen Teil der Abschläge aber wieder auf und beendete den Handel mit einem Tagesverlust von 0,9 Prozent.
Ölpreise legen weiter zu
Ausgelöst wurde der jüngste Abverkauf an den Finanzmärkten durch den Krieg im Nahen Osten. Der Iran hat als Reaktion auf die Angriffe durch Israel und die USA angekündigt, die für den Seehandel bedeutsame Straße von Hormus zu sperren. US-Präsident Donald Trump kündigte inzwischen an, Öltankern notfalls mit Marineeskorten eine sichere Passage durch die Meerenge zu gewährleisten.
Dennoch legten die Ölpreise weiter zu: Am Mittwochmorgen kostete ein Fass der Sorte Brent 83,40 US-Dollar und damit 2,4 Prozent mehr als am Vorabend. Am Montag, dem ersten Handelstag nach Ausbruch des Krieges, hatte die Notierung um 7,3 Prozent zugelegt, am Dienstag um weitere 4,7 Prozent. (bm/Bloomberg)















