Trotz der guten Konjunkturlage werden die Notenbanken weiter an ihrer moderaten Geldpolitik festhalten, erwartet Christian Heger, Chief Investment Officer (CIO) beim Fondsanbieter HSBC Global Asset Management. "Die Weltwirtschaft befindet sich erstmals seit der Finanzkrise auf einem robusten Wachstumspfad. Allerdings wachsen die Bäume nicht in den Himmel", sagt Heger. So reiche das Wachstum nicht für eine deutliche Beschleunigung der Inflation aus. "In der Eurozone lag der Preisauftrieb im Mai bei 1,4 Prozent, in den USA bei 1,5 Prozent. Beides ist deutlich von den angestrebten Zielmarken von zwei Prozent entfernt", erklärt der CIO.

Für die US-Notenbank Fed ergebe sich daraus kein größerer Handlungsdruck bei der Normalisierung des Zinsumfeldes. Nach dem Zinsschritt im Juni dürfte daher dieses Jahr nur noch eine Erhöhung folgen. Die Europäische Zentralbank (EZB) wiederum wird ihren langsamen Ausstieg aus dem Aufkaufprogramm wohl weiter mit sehr vorsichtiger Rhetorik begleiten. "Auch angesichts neuer drohender Wahlunsicherheiten in Italien bleibt die EZB als Stabilisierungsfaktor in der Eurozone gefrag", sagt Heger. 

HSBC bleibt bei neutraler Gewichtung
Die Notenbanken gefährden mit dieser moderaten Politik weder den Aufschwung der Weltwirtschaft noch den Aufschwung an den globalen Märkten, sagt Heger. Für einen generellen Ausstieg aus den Aktienmärkten sei es daher weiterhin zu früh. Allerdings hätten nach dem langen Anstieg die Risiken einer Korrektur zugenommen: "Wir bleiben daher im Moment bei unserer neutralen Gewichtung, um an einer möglichen Fortsetzung der Aufwärtsbewegung teilzunehmen." (fp)