Die Aktien in der Region Asien ex Japan werfen weiter moderate Gewinne ab, obwohl das volkswirtschaftliche Bild gemischt bleibt. Zu diesem Ergebnis kommt Chris Adams, Asienspezialist von HSBC Global Asset Management, in seinem aktuellen Marktkommentar. Eine weitere wirtschaftliche Gesundung der USA dürfte dem asiatischen Exportsektor helfen, sagt er. "Auf der anderen Seite scheint der Ausblick fragil, und die wirtschaftliche Umstrukturierung in China ist noch im Gange." Das dürfte die Nachfrage in der Region beeinflussen. Die Bewertungen seien weiterhin attraktiv. Das Kurs-Buchwertverhältnis für den Index MSCI Asia ex Japan beträgt 1,4. Die breite Streuung der Bewertungen zwischen teuren defensiven Aktien, billigeren zyklischen Titeln und Finanzwerten bleibe bestehen, obwohl der Trend zu drehen beginne.

Trotz des uneinheitlichen volkswirtschaftlichen Bildes gebe es weiterhin eine Reihe attraktiver Werte. Vor allem chinesische Energietitel, koreanische Technologiewerte und indische Bankaktien böten Chancen, so der HSBC-Spezialist. "Zwar haben sich die indischen Märkte nach dem Wahlausgang nach oben bewegt. Allerdings dürfte in den Kursen noch nicht enthalten sein, dass eine starke Regierung auch tatsächlich einige ihrer zentralen Wahlversprechen umsetzt." Das könne Potenzial in Indien freisetzen, zu strukturellem Wandel führen und das Land auf die nächste Stufe von Entwicklung und Wachstum bringen.

China und Hongkong zeigen sich stabiler
Der chinesische Aktienmarkt hat sich im Mai wieder etwas erholt. "Die geldpolitische Lockerung der Notenbank wirkt sich vertrauensbildend auf den Markt aus", urteilt Adams. Trotz aller Probleme wiesen Banken- und Immobiliensektor eine attraktive Bewertung auf. Auch der Markt in Hongkong hat sich erholt. "Die Anleger zeigten sich erfreut über die weitere Lockerung der Geldpolitik und eine Abkehr von den restriktiven Maßnahmen auf dem Immobiliensektor", so der Asien-Experte. Der Markt dürfte sich nun bis zur Vorlage der nächsten Quartalsbilanzen in eine Art Sommerpause begeben.

Der Aktienmarkt in Südkorea habe sich im Mai in einer engen Spanne bewegt. Die Landeswährung Won war im Verhältnis zum US-Dollar so teuer wie nie zuvor. "Mit diesen hohen Wechselkursen haben die Exporteure zu kämpfen", sagt Adams. Positiv wirke sich die Erholung der Binnenwirtschaft aus. Der thailändische Aktienmarkt hat im Mai stagniert. Ausländische Investoren seien besorgt gewesen über die politische Lage nach dem Militärputsch, erklärt Adams. Allerdings zeigten sich die heimischen Investoren zuversichtlich, dass die Probleme gelöst werden können, und kauften auch angesichts der wirtschaftlichen Stabilisierungstendenzen zu. (ww)