Viele Aktienmärkte zeigten derzeit keine überzeugende Entwicklung, stellt Christian Heger fest, CIO bei HSBC Global Asset Management in Deutschland. "Der Blick zurück zeigt zwei Risikofaktoren: ein deutlicher Rückgang der Unternehmensgewinne und ein durch eine Verschärfung der Geldpolitik ausgelöster Zinsanstieg", sagt er. Der Anlagespezialist gibt sich allerdings optimistisch: In Bezug auf die Unternehmensgewinne gelte weiter Entwarnung, so Heger, der die Konjunktur vor allem in Industriestaaten positiv sieht. "Auch von den Emerging Markets gehen keine Rezessionsgefahren aus." Höhere Zinsen und Reformen belasteten das Wachstum zwar kurzfristig. Die Stabilisierung der Rohstoffpreise, die anhaltende Dynamik des Aufholprozesses und die anziehende Nachfrage aus den Industrieländern verhinderten jedoch einen Einbruch.

Vor allem in den USA und Europa habe sich die Konjunktur weiter gefestigt, und einschlägige Stimmungsindizes bewegten sich seit längerem deutlich über der 50-Punkte-Marke. Längerfristig wichtige Faktoren wie ein kräftiger Investitionsboom (Auslöser in 2001) oder eine hohe private Verschuldung (Auslöser in 2007) seien in den Industrieländern nicht erkennbar. Im Gegenteil: DieAnlageinvestitionen hätten sich im aktuellen Konjunkturzyklus eher unterdurchschnittlich entwickelt, und die private Verschuldung liege vielfach niedriger als zu Beginn des Aufschwungs.
 
Anleger sollten der Notenbank folgen
Der Aufschwung an den Aktienmärkten befinde sich in einer reifen Phase, sei aber noch nicht zu Ende. Mit Blick auf die Asset-Allokation sollten Anleger der Notenbankpolitik folgen: "Dort, wo die Liquiditätsversorgung zukünftig am stärksten ausgedehnt wird, winken die größten Chancen", so Heger. Analog zum Motto "Don’t fight the Fed" heiße es diesmal: "Don’t fight the ECB". Neben Euroland dürften auch einige Schwellenländer nach Überwindung ihres Zinshöhepunktes attraktiv werden, ist der HSBC-Experte überzeugt. (mb)