Nach einer enttäuschenden Entwicklung im ersten Quartal haben die asiatischen Aktienmärkte im zweiten Quartal deutliche Erholungstendenzen gezeigt. Nach Meinung von Markus Ackermann, Produktspezialist Emerging Markets bei HSBC Global Asset Management, gewinnt die Rallye zudem an Schwung. "Die Exporte in Ländern wie China, Indien und Malaysia nahmen zu. In anderen Ländern mit eher verhaltenen Tendenzen signalisieren Leitindikatoren generell bessere Aussichten für die zweite Jahreshälfte", sagt er. Die steigende Außennachfrage dank der wirtschaftlichen Erholung in Industrieländern dürfte sich positiv auf Asiens Wachstumsperspektiven auswirken.

Ein weiterer treibender Faktor findet sich laut Ackermann in dem Bestreben asiatischer Politiker, strukturelle Reformen voranzutreiben, um die Produktivität zu erhöhen. Die gute Nachricht ist nach Einschätzung des HSBC-Experten, dass die Politiker die Dringlichkeit dieses Problems erkannt haben und erste Maßnahmen ergreifen. "Wir sind der Meinung, dass die Strukturreformen ein treibender Faktor für die Aktienmärkte in der Berichtsregion sein dürften", sagt er.

Bewertungen bleiben attraktiv
Die Bewertungen blieben attraktiv, so der Experte. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis für den Aktienindex MSCI Asia ex Japan Index beträgt 1,5. "Wir machen an den asiatischen Märkten weiterhin eine Reihe attraktiver Werte aus", so Ackermann. "Im Besonderen finden wir unter Finanzwerten aus China und Hongkong sowie taiwanischen und koreanischen Technologiewerten Kaufgelegenheiten."
 
In China dürften die Gewinnprognosen für Werte im Aktienindex MSCI China Index heraufgesetzt werden. An der Hongkonger Börse dürften die Kurse bin Jahresende leicht zulegen, so Ackermann. Liquidität sei reichlich vorhanden und Analysten höben vermutlich auch für Hongkonger Unternehmen ihre Gewinnprognosen an. In Indien deuteten Wirtschaftsindikatoren auf eine stabile Konjunkturerholung hin. Die Wirtschaft wuchs stärker als erwartet. "Zu den treibenden Faktoren gehört die reformorientierte Regierung, die nun aktiver werden muss", sagt Ackermann. In Südkorea dürften Reformen den Immobilienmarkt und den privaten Konsum ankurbeln. "Daher könnten Finanzwerte und konsumnahe Aktien in nächster Zeit zulegen." (cf)